Hunderte demonstrieren in Cottbus für friedliches Miteinander

Demonstration in Cottbus

Im brandenburgischen Cottbus haben am Samstag hunderte Menschen für ein friedliches Miteinander demonstriert, darunter viele Flüchtlinge. Unter dem Motto "Leben ohne Hass" zog die Menge mit bunten Luftballons und Blumen durch die Innenstadt. Zu den Aktionen aufgerufen hatte das Aktionsbündnis Brandenburg. Die Polizei machte keine Angaben zur Zahl der Teilnehmer, das Bündnis Cottbus Nazifrei, das die Demonstration unterstützte, sprach von etwa 2000 Teilnehmern.

Am frühen Nachmittag demonstrierte außerdem das fremdenfeindliche Bündnis Zukunft Heimat ebenfalls in Cottbus. Bei beiden Veranstaltungen sei die Lage "ruhig und entspannt" geblieben, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.

Später erklärten die Beamten, alle angemeldeten Demonstrationen seien "störungsfrei" verlaufen. In sechs Fällen habe die Polizei Identitäten feststellen müssen, außerdem sei ein Platzverweis gegen einen 38-jährigen Deutschen erteilt worden. Der Mann zeigte demnach mehrmals den Hitlergruß und wurde daraufhin in Gewahrsam genommen.

In Cottbus war die Stimmung zuletzt aufgeheizt: So stoppte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) Mitte Januar den Zuzug weiterer Flüchtlinge in die Stadt bis auf Weiteres. Der Zuweisungsstopp solle zur Entspannung beitragen, sagte er damals. "Sonst wird das Klima noch schlechter." In der 100.000-Einwohner-Stadt in der Lausitz war es in den vergangenen Wochen zu einer Reihe von Angriffen auf Flüchtlingen sowie umgekehrt von Flüchtlingen auf Einheimische gekommen.