Hummels: Darum sind Bayern-Trainer Künstler

Mats Hummels hat klare Vorstellungen von einem Nachfolger von Jupp Heynckes

Der FC Bayern München steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss einen Nachfolger für Jupp Heynckes finden, der im Sommer definitiv aufhören möchte.

Heynckes überzeugt bei seinem vierten Mal als Bayern-Cheftrainer mit seiner Gelassenheit und Kompetenz – er führte den Rekordmeister nach dem Aus von Carlo Ancelotti wieder souverän zu alter Stärke zurück.

Kein Wunder also, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß sich vorstellen konnte, dass der 72-Jährige noch länger beim Rekordmeister auf der Bank sitzt. Doch der Wunsch von Heynckes ist es aufzuhören. Sein Nachfolger muss ein großes Erbe antreten – egal wie die Saison für die Münchner endet.


Hummels spricht über Anforderungen

Bayerns Abwehrchef Mats Hummels weiß um die Schwierigkeiten, die die Chefrolle beim FC Bayern mit sich bringt. "Ein Trainer, egal wo, muss fußballerisch ein Konzept haben – vielleicht auch mehrere. Er muss, vor allem bei einer Mannschaft wie Bayern, sehr gut in der Menschenführung sein", nannte der 28-Jährige bei einem Sponsorentermin am Mittwoch die Anforderungen für den neuen Trainer.

Mit den starken Charakteren im Bayern-Kader kommen Herausforderungen auf den Heynckes-Nachfolger zu.


"Es ist nicht immer einfach mit so vielen gestandenen Spielern, mit so vielen Egos – nicht mal im negativen Sinne – aber mit einem gewissen Selbstbewusstsein", sagte Hummels. "Das zu handeln, ist eine große Kunst in München. Das Fußballerische ist im optimalen Fall immer gleich anspruchsvoll."

Hummels hatte sich schon Mitte November kritisch mit den Kandidaten Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel auseinandergesetzt. Das der 30-jährige Nagelsmann die Münchner übernimmt, halte er "nicht für unmöglich", sagte der Verteidiger bei Bild am Sonntag. Allerdings sagte er auch: "Ich bin da hin- und hergerissen. Er ist nur zwei Jahre älter als ich."


Zu seinem Ex-Trainer Thomas Tuchel, mit dem er bei Borussia Dortmund zusammenarbeitete, hatte sich Hummels distanziert gezeigt. "Das würde ich dann kommentieren, wenn es so weit kommt", sagte Hummels. Mit der Bayern-Führung habe er "darüber schon mal gesprochen vor ein paar Wochen, als es um die Ancelotti-Nachfolge ging".

Bayerns Ziel gegen Paris

Heynckes' Bilanz war bis zum vergangenen Spieltag perfekt - doch gegen Borussia Mönchengladbach verloren die Münchner 1:2. Die nächsten Gegner für die Münchner sind Hannover und Paris.

Ob die Gedanken da schon bei Neymar und Co. sind? "Nullkommanull. Das ist eine Mediensache", sagte Mats Hummels. "Bei uns hat noch niemand über dieses Spiel geredet intern. Wir lassen das auf uns zukommen und spielen am Samstag erst mal gegen Hannover (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER). Es wurde nichts thematisiert, was über Samstag hinaus geht", so Hummels.

Vor dem nächsten Gegner hat der Bayern-Abwehrchef Respekt. "Hannover spielt eine sehr starke Saison, hat ein gutes Konstrukt, mit wirklich individueller Qualität auf einigen Positionen", sagte Hummels.

"Sie sind wesentlich besser besetzt als sie am Anfang gesehen wurden. Deswegen wird es eine schwierige Aufgabe für uns."