Hummels verteidigt seinen Poolsprung

Martin Hoffmann
Mats Hummels hat für die Aufregung um seinen Poolsprung wenig Verständnis

Mats Hummels versicherte, es sehe "spektakulärer aus, als es eigentlich ist". Und er appellierte, es nicht nachzumachen.

Es half nur bedingt: Sein Instagram-Video eines Balkon-Sprungs in seinen Villa-Pool sorgt für böses Blut unter seinen Fans.


Diverse seiner Follower werfen dem Weltmeister-Verteidiger vom FC Bayern München Verantwortungslosigkeit vor. Andere verstehen die Aufregung nicht - und nehmen sich wiederum die Kritiker vor.

Hummels-Fans machen sich Sorgen

"Junge, du hättest dich verletzen können", warnt ein Fan. Ein anderer findet die Aktion zwar einerseits "ziemlich cool", befürchtet aber, dass Hummels andere auf dumme Gedanken bringt: "Du hast auch Teenager, für die du ein Vorbild sein müsstest."

Auf die Kritik folgte, was auf solche Kritik immer folgt: Kritik an der Kritik, teils beleidigend, teils sachlich. "Er ist doch nicht der Erste, der so ein Video gedreht hat", "Mats weiß schon, was er tut, der Pool wird wohl tief genug gewesen sein", und überhaupt: "Es gibt nun wirklich wichtigere Probleme auf der Welt."

Stimmt natürlich, einerseits. Aber andererseits: Die kleinen Probleme, bei denen alle mitreden können, sind halt oft die schöneren Diskussionsthemen als die wirklich wichtigen.

Bierhoff erinnert an Vorbild-Charakter

Letztendlich wurde Hummels' Sprung - vollführt bei einem Kroatien-Kurztrip mit Ehefrau Cathy Hummels nach Bayerns Sieg über Werder Bremen – dann auch bei der Nationalmannschaft zum Thema.


Manager Oliver Bierhoff wurde am Mittwoch darauf angesprochen. Er äußerte darauf keine direkte Kritik am Hummels, ließ aber doch durchklingen, dass er das Thema Vorbildfunktion im Blick hat.

"Wir sind keine Social-Media-Polizei für die Spieler", hielt er fest, ergänzte aber: "Wir müssen natürlich immer wieder darauf hinweisen, dass alles, was sie sagen und tun eventuell auch Vorbildcharakter und einen Nachahmungseffekt hat, womit man verantwortungsvoll umgehen muss."

Hummels sei da "eigentlich sehr reflektierend, da ist es ihm in dem Sinne wohl nicht bewusst geworden". Bierhoff sagte dann sicherheitshalber noch: "Wir wollen es nicht zu hoch hängen." Gibt ja schließlich wichtigere Probleme auf der Welt.

Der Nationalspieler nahm am Donnerstagnachmittag auf der Pressekonferenz der DFB selbst noch einmal zu dem Thema Stellung.

"Das ist nicht das erste Mal, dass ich von da gesprungen bin", erklärte Hummels. "Das waren auch nur zwei Meter, ich habe das schon öfter gemacht. Ich weiß, dass ich da nichts Riskantes eingegangen bin, auch wenn das auf dem Video etwas spektakulärer aussah. So etwas wird dann diskutiert, ich lese das mit Neugier durch, ohne dass mich das ganz stark tendieren würde."