Hummels und Müller kritisieren Bayern-Taktik

Eine 2:0-Führung hergeschenkt - das hatte es beim FC Bayern seit Louis van Gaal nicht mehr gegeben. Vielleicht fielen die Erklärungsansätze der Spieler nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg deshalb so drastisch aus. 

Bei Eurosport kritisierte Mats Hummels das taktische Auftreten der Mannschaft, vor allem nach dem Wolfsburger Anschlusstreffer. "Wir wollten, aber wir waren taktisch nicht gut aufgestellt", sagte der Verteidiger. "Ich habe versucht einzuwirken, aber es war schwierig, alle auf dem Platz zu erreichen."

Müller sieht "Lücken, die wir nicht haben wollten"

Deutliche Worte, die Thomas Müller stützte. "Wolfsburg hat den Punkt nicht gewonnen, sondern wir haben ihn mit Schleife übergeben. Wir hatten Lücken, die wir nicht haben wollten", analysierte der Stürmer kurz nach Abpfiff und hielt fest: "Das war heute vom Positionsspiel nicht unser bester Tag."

Eine Systemkritik, die ausdrücklich nicht auf Carlo Ancelotti bezogen war. "Wir haben vom Trainer die klare Anweisung bekommen, nicht zu pressen, wenn wir nicht perfekt stehen, haben es aber trotzdem gemacht", ordnete Hummels später in einem Gespräch mit mehreren Journalisten ein. "Dadurch kamen die Wolfsburger immer wieder raus. Wir hätten das Spiel manchmal beruhigen müssen."

Dennoch wird Ancelotti nicht umher kommen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Italiener stand in der zweiten Hälfte auffallend passiv an der Seitenlinie, nahm kaum Einfluss auf das behäbige Spiel seiner Mannschaft. Mit Ausnahme von Neuzugang Corentin Tolisso, der nach einer guten Stunde Arturo Vidal ablöste, verzichtete der Trainer lange Zeit auf Wechsel. 

Ancelotti: "Wolfsburg war besser"

Als Javier Martinez sich am Seitenrand bereit machte, erzielte Wolfsburg den Ausgleich. Erst anschließend brachte Ancelotti James Rodriguez und Kingsley Coman. Das Duo konnte in der verbleibenden Zeit nichts mehr ausrichten. 

Hätte der Coach früher einwirken müssen? Eurosport-Experte Matthias Sammer monierte nach Abpfiff, dass sich die Münchner das Spiel aus der Hand hätten nehmen lassen: "Das darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren."

Ancelotti selbst räumte nach Abpfiff ein: "Es war schwierig, weil wir nicht so gespielt haben, wie wir wollten. Wir waren langsam, hatten wenig Intensität im Spiel und standen nicht kompakt. Wolfsburg war besser."