Hummels: Dieser Abgang ist "ganz klar negativ behaftet"

Robin Wigger
·Lesedauer: 2 Min.

Mats Hummels ist von einem Karriereende noch weit entfernt.

Der 31-Jährige spielt bei Borussia Dortmund eine starke Saison, immer wieder wird seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefordert.

Einige ehemalige Kollegen wie André Schürrle, Benedikt Höwedes oder Sandro Wagner beendeten zuletzt ihre Laufbahn - auch darüber sprach Hummels im Podcast Alleine ist schwer mit seinem Bruder Jonas.

Für ein Karriereende mit Knall sorgt einst der heutige Real-Trainer Zinédine Zidane im Endspiel der Weltmeisterschaft 2006 mit Frankreich.

Hummels kritisiert Zidane für Kopfstoß

"Es ist der für mich kontroverseste Abgang jemals. Er hat einfach mit seinem Kopfstoß im WM-Finale seine Karriere beendet", sagte Hummels, der allerdings klarstellte, dass es "kein Lobgesang" sei.

Denn "die anderen 22 (aus Frankreichs Kader, Anm. d. Red.) wären echt gerne Weltmeister geworden", meinte der Abwehrspieler und malte ein theoretisches Szenario auf.

"Wenn ich nächstes Jahr im Finale spiele und der Schmelle (BVB-Kollege Marcel Schmelzer, Anm. d. Red.) beendet mit einem Kopfstoß seine Karriere, bekommt Rot und wir verlieren das Finale, dann bin ich sauer auf Schmelle."

Frankreich verlor das Endspiel in Deutschland damals nach Elfmeterschießen gegen Italien. Deswegen habe Zidane für einen Abgang gesorgt, "der für immer in Erinnerung bleiben wird. In meinen Augen ganz klar negativ behaftet."

Deislers Karriereende schockte Hummels

Ein anderer Rücktritt traf Hummels auf eine andere Weise. "Was mich am meisten berührt hat: Das Karriereende von Sebastian Deisler. Das war einfach tragisch, von einem der Jahrhunderttalente", sagte er.

Der damalige Bayern-Spieler setzte in der Saison 2003/2004 wegen Depressionen mehrere Monate aus und beendete schließlich im Januar 2007 seine Karriere im Alter von 27.

"Ich habe mit ihm zusammen trainiert. Solche Fußballer habe ich nicht oft in meinem Leben gesehen", meinte Hummels: "Er hat mit 27 einfach komplett aus dem Nichts – zumindest für alle Außenstehenden – seine Karriere beendet. Mich hat das damals schon berührt, weil ich ihn gekannt habe, weil ich mit ihm trainiert habe."

Hummels schmunzelt: "Bin noch Deutschland-Fan"

Er sei "ein großer Fan" von Deislers Spielweise gewesen. "Und ich war auch Deutschland-Fan", sagte Hummels - und fügte mit Blick auf seine Ausbootung im DFB-Team an: "Bin ich natürlich immer noch." Eine Ergänzung, die bei den Mitmoderatoren Jonas Hummels und Luki für Lacher sorgte.

Mit Deisler sei Deutschland "ein wirklich guter Spieler verloren gegangen. Das war ein sehr emotionales Ende für mich, da war ich 17, 18."

Spektakulär fand Hummels auch den Abschied von Ex-Biathletin Magdalena Neuner. "Weil sie als Beste der Welt einfach aufgehört hat. Und hat einfach gesagt: Nee, es reicht jetzt."