Hugh Hefner und sein Morgenmantel – eine Ära geht zu Ende

Roter Hausmantel, schwarzes Hemd: So kennt man Hugh Hefner. (AP Photo)

Hugh Hefner und der Morgenmantel gehören unzertrennlich zusammen. Der lässig-luxuriöse Look machte den „Playboy“-Gründer zur eigenwilligen Stilikone.

Geburtstage, Pressetermine, Silvester-Partys: Es gab kaum Events, zu denen Hugh Hefner keinen Morgenmantel trug. Zu besonderen Anlässen, etwa seiner letzten Hochzeit mit Model Crystal Harris am 31. Dezember 2012, zeigte er sich auch mal im Anzug, doch vor allem in den letzten Jahren seines Lebens war der „Playboy“-Gründer immer öfter in Pyjama und Hausmantel zu sehen.

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Die Zusammenstellung seines Outfits war jedoch nie unüberlegt: Meist kombinierte er einen schwarzen Seidenpyjama mit einem dunkelroten – selten auch lilafarbenen – Übermantel aus Seide oder Samt, dazu trug er schwarze Pantoffeln. Dieser Look entwickelte sich vor allem seit der Jahrtausendwende zu seinem Markenzeichen.

Geht immer: Für einen Fernsehauftritt 2009 trug Hefner statt eines Jacketts einen roten Samtmantel zu Hemd und Fliege. (Bild: AP Photo)

Hefner trug das extravagante Outfit mit so viel Selbstbewusstsein und Lässigkeit, dass es stilvoll und luxuriös wirkte. Es unterstrich seinen Ruf als Lebemann, der sich allen Traditionen und Normen widersetzte.

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Dabei war der Morgenmantel, nicht zu verwechseln mit dem alltäglichen frottierten Bademantel, bereits im 17. Jahrhundert ein Zeichen großen Wohlstands: Gefertigt aus den feinsten Materialien und aufwendig verziert, trugen Hausherren – die es sich dank Bediensteter leisten konnten, nicht aus dem Haus gehen zu müssen – die Robe über ihrer Schlaf- oder Tageskleidung, um Gäste zu Hause zu empfangen. Noch dazu hielten die Kleidungsstücke in den damals meist ungeheizten Häusern warm.

Im Hollywood des frühen 20. Jahrhunderts erlebte der Morgenmantel noch einmal ein Revival, doch nach den Fünfzigern geriet das Kleidungsstück in Vergessenheit. Wer einen Morgenmantel trug, galt zunehmend als „unangezogen“.

Bei der Ambassador Show während der Pariser Fashion Week 2015 wurde klar, dass Morgenmäntel laufstegtauglich sind. (Bild: ddp Images)

Auch wenn Hefner den Morgenmantel wieder zurück ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat, ist er als Hausmantel bis heute nicht straßentauglich, sondern ein luxuriöses Homewear-Produkt. Marken wie Tom Ford, Louis Vuitton, Yves Saint Laurent und Prada haben den Trend erkannt und Hausmäntel in einige ihrer Kollektionen aufgenommen. Der britische Designer Daniel Hanson spezialisiert sich gar ausschließlich auf maßgefertigte Übermäntel. Die Preise liegen dabei – ganz dem luxuriösen Lebensgefühl entsprechend – im drei- bis vierstelligen Bereich.