Pleite beim HSV: Nagelsmann spricht von Krise

Julian Nagelsmann und TSG Hoffenheim gingen auch beim Hamburger SV leer aus

Trainer Markus Gisdol und seine Spieler genossen die Zuneigung der Nordtribüne in vollen Zügen. Erleichterung und Stolz mischten sich in den Jubel des Hamburger SV nach dem zweiten Heimsieg in Folge.

Das verdiente 3:0 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim verschaffte den Hanseaten im Tabellenkeller der Bundesliga etwas Luft zum Atmen - und ließ Sportchef Jens Todt zuversichtlich in die Zukunft blicken. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Man hat das Gefühl, dass hier etwas zusammenwächst", sagte Todt, gab jedoch auch zu: "Der Aufwand war riesig, und wir hatten auch das Glück des Tüchtigen."


Hamburg zeigt sein Heim-Gesicht

Der überragende Kyriakos Papadopoulos freute sich über die zurückgewonnene Stärke im Volksparkstadion: "Das war ein Sieg des Willens. Wir haben wieder unser Heim-Gesicht gezeigt." Youngster Jann-Fiete Arp sprach von einem "überragenden Gefühl".

Der HSV hat jetzt fünf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz, dagegen gerät Hoffenheim drei Tage nach dem Aus in der Europa League auch in der Bundesliga immer stärker unter Druck. Die körperlich und mental angeschlagene Mannschaft von Julian Nagelsmann rutschte auf Platz sieben ab - in den vergangenen sieben Bundesliga-Partien gelang ihr nur ein Sieg.


Nagelsmann spricht von Krise

"Ich bin ein Freund ganz ehrlicher Worte: Wir befinden uns in einer Ergebniskrise. Wir dürfen nicht davon zehren, was gewesen ist, und müssen wieder in der Realität leben", sagte Nagelsmann.

Die Gastgeber erwischten einen Start nach Maß, als Kevin Akpoguma (6.) bedrängt von Arp ins eigene Tor traf. Der Innenverteidiger schrieb mit seiner unglücklichen Aktion ein Stück Fußball-Geschichte - der 22-Jährige erzielte das 1000. Eigentor seit Gründung der Bundesliga. Filip Kostic (75.) mit einem kuriosen Freistoßtor aus 30 Metern und Gideon Jung (88.) mit seinem ersten Tor in der Bundesliga sicherten vor 46.470 Zuschauern den Erfolg. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Gisdol hatte gegen seinen Ex-Klub überraschend offensiv beginnen lassen - Arp und Bobby Wood stürmten gemeinsam. Die Taktik zahlte sich sofort aus, Hoffenheim wirkte bei dem frühen Gegentreffer völlig überrumpelt. Auf der anderen Seite kamen die TSG-Spitzen um Nationalspieler Sandro Wagner, der nach Magen-Darm-Problemen in die erste Elf zurückgekehrt war, kaum zum Zug. Erst kurz vor der Pause zirkelte Mark Uth knapp neben das Tor.


Nach dem Seitenwechsel kam jedoch erneut der HSV mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Wood (49.) traf den Pfosten, Arp (53.) prüfte aus der Distanz Gäste-Keeper Oliver Baumann. Nagelsmann reagierte, brachte Nadiem Amiri sowie Andrej Kramaric und stellte das System um. An den Spielanteilen änderte sich aber kaum etwas.

Kostic überrascht Baumann per Freistoß

Der umtriebige Kostic (61.) scheiterte knapp an Baumann. Nur zwei Minuten später legte der Serbe perfekt auf Wood ab, der völlig freistehend den Ball nicht richtig traf. Gefährlich wurde es stets, wenn Arp eingesetzt wurde. Der 17-Jährige zwang Baumann zu einer Glanzparade (69.). (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Wenig später sah der TSG-Torwart schlecht aus, als er Kostics Freistoß aus knapp 30 Metern passieren ließ. Allerdings schien die gesamte Hoffenheimer Elf in diesem Moment in den Tiefschlaf gefallen zu sein und gab sich anschließend auf. Der eingewechselte Sven Schipplock traf die Latte, ehe Jung den Schlusspunkt setzte.