HSV-Legende Uwe Seeler warnt: "Verheizt Fiete Arp nicht"

Seeler war lange der jüngste HSV-Torschütze in der Bundesliga. Nun warnt er davor, seinem Nachfolger Fiete Arp zu früh zu viel Verantwortung zu geben.

Uwe Seeler hat den Hamburger SV davor gewarnt, Top-Talent Jan-Fiete Arp zu verheizen. Er hat zudem einen Tipp für den 17-Jährigen parat, der am vergangenen Bundesliga-Spieltag gegen Hertha BSC (1:2) zum jüngsten HSV-Torschützen der Bundesliga-Geschichte avancierte (17 Jahre, neun Monate, 22 Tage).

"Verheizt mir den Fiete nicht", sagte die Ikone der Bild und erklärte: "Grundsätzlich bin ich für den Einsatz von jungen Spielern. Aber diese sollten sich im Schatten von gestandenen Profis in Ruhe entwickeln. Zu viel Verantwortung ist nicht gut für die Jungs. Sie dürfen unter dem Druck des Funktionierens nicht ihre Unbekümmertheit verlieren. Der gewünschte Effekt würde schnell verpuffen."

"Ich habe gehört, dass er ein feiner Bursche sein soll, der keine Flausen im Kopf hat", relativierte Seeler zwar, merkte dann aber an: "Trotzdem ist es ein schwieriger Spagat für Trainer Gisdol, Fiete behutsam aufzubauen und trotzdem ins kalte Bundesliga-Wasser zu werfen."

"Du wirst das packen"

Seeler selbst hatte den Rekord als jüngster HSV-Torschütze mehr als 60 Jahre lang gehalten. 1954 hatte er mit 17 Jahren gegen Oldenburg getroffen. Sein Tipp für Arp lautet entsprechend: "Lass dich von der große Kulisse in den Bundesliga-Stadien nicht beirren. Genauso wenig wie von falschen Freunden. Wenn du Bundesliga spielen willst, musst du da durch. Du wirst es schon packen."

Arp, der Kapitän der deutschen U17 und eines der größten DFB-Talente überhaupt ist, traf in dieser Saison bereits siebenmal in nur drei Spielen für die U19 der Rothosen. Am siebten Spieltag debütierte er dann im Nord-Derby gegen Werder Bremen in der deutschen Beletage, ehe er am zehnten Spieltag gegen die Berliner Hertha seine Torpremiere feierte.