Nach Pokal-Schmach: HSV erzittert sich kuriosen Sieg

Nicolai Müller war in jeder Hinsicht der Mann des Spiels

Die Pokal-Pleite ist abgehakt, der Startfluch besiegt: Der Hamburger SV hat erstmals seit sieben Jahren die Bundesliga-Saison wieder mit einem Sieg begonnen.

Im Duell der "Pokal-Deppen" setzten sich die Hanseaten gegen den FC Augsburg nach einem glanzlosen, aber kämpferischen Auftritt mit 1:0 (1:0) durch. Vor 49.449 Zuschauern im Volksparkstadion erzielte Nicolai Müller bereits in der achten Minute das Tor des Tages. (Highlights bei Bundesliga Pur - So., 9.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Sechs Tage nach der Blamage beim Drittligisten Osnabrück hat der HSV die schmerzhafte Niederlage offenbar verdaut und mit dem Sieg, wenn auch etwas glücklich, eine prompte Antwort auf dem Platz gegeben.


"Sind eng zusammengerückt"

"Das war eine harte Woche für uns, obwohl wir noch gar kein Bundesliga-Spiel hatten. Wir sind eng zusammengerückt und haben uns voll reingehängt", sagte HSV-Neuzugang Andre Hahn nach Spielende.

Augsburg schlittert dagegen nach der Niederlage im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg auf eine frühe Krise zu. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir waren nicht zwingend genug und sind deswegen sehr angefressen. Denn ich denke, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Am Ende des Tages müssen wir uns an die eigene Nase fassen, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben", sagte FCA-Coach Manuel Baum.

Nach einer unruhigen Woche bei den Norddeutschen, in der Investor Klaus-Michael Kühne per Rundumschlag sowohl Trainer Markus Gisdol, Sportdirektor Jens Todt als auch den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen kritisiert hatte, startete die Mannschaft zunächst hektisch.

Müller verletzt sich beim Jubeln

Immer wieder schlichen sich Fehler im Spielaufbau ein, bis Müller die Hanseaten erlöste und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Bei seinem Torjubel verletzte sich Müller allerdings und musste wenig später gegen Aaron Hunt ausgetauscht werden.


"Das ist bitter und habe ich so noch nicht erlebt. Er hat sich das Knie verdreht. Eine Diagnose steht noch aus", sagte Gisdol.

Der HSV-Coach hatte sein Team im Vergleich zur Vorwoche ordentlich durchgemischt. Kapitän Gotoku Sakai saß zunächst nur auf der Bank. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Stafylidis nicht im Kader

Nicht im Kader standen Douglas Santos und Mergim Mavraj. Für Santos spielte Rick van Drongelen, der sein Bundesliga-Debüt gab. Sein Comeback nach einer Kapselverletzung im Kniegelenk feierte Filip Kostic.


Augsburg, das nach dem Wechsel von Kapitän Paul Verhaegh (VfL Wolfsburg) mit Raul Bobadilla (Borussia Mönchengladbach) unter der Woche den Abgang eines zweiten Leistungsträgers verkraften musste, baute die Mannschaft auf zwei Positionen um.

Der wiedergenesene Caiuby, sowie Ja-Cheol Koo durften von Beginn an ran. Der beim HSV gehandelte Konstantidos Stafylidis stand nicht im Kader. (Tabelle der Bundesliga)

Augsburg mit Spielanteilen, aber ohne Tore

Nach dem Führungstreffer wurde die Partie ruhiger. Erst als der Ex-Hamburger Michael Gregoritsch versuchte, für Augsburg einen Elfmeter rauszuholen (28.), wurde es wieder laut im Volkspark. Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) zeigte ihm für die Schwalbe die Gelbe Karte.

Insgesamt bot die erste Halbzeit kaum spielerische Glanzpunkte. Beide Teams haderten mit ihrem ungenauen Passspiel. Ab der 30. Minute übernahmen jedoch die Gäste immer mehr die Kontrolle, vor allem, weil Hamburg sich immer weiter zurückzog. Besonders Caiuby sorgte für Unruhe in der HSV-Abwehr.

Auch nach der Halbzeit änderte sich das Bild zunächst nicht. Augsburg hatte mehr Spielanteile. Wenn die Hanseaten jedoch am Ball waren, gelangen ihnen durch Wood (54., 56.) wieder mehr konstruktive Aktionen, jedoch ohne brandgefährlich zu sein. Auch wenn es an Großchancen mangelte, der Einsatz bei beiden Mannschaften stimmte.