HSH-Nordbank-Chef Ermisch lobt zukunftsorientierte Investoren

dpa-AFX

HAMBURG/KIEL (dpa-AFX) - Nach dem Eingang mehrerer Angebote zur Übernahme der HSH Nordbank hat sich Bankchef Stefan Ermisch zuversichtlich zu den Verkaufschancen der Bank geäußert. "Was mich dabei vielleicht noch zuversichtlicher stimmt, ist, dass die Investoren einen ganz zukunftsorientierten Blick eingenommen haben, was die HSH Nordbank angeht, und weit nach vorne blicken", sagte Ermisch in einem am Montag auf der Internet-Seite der Bank veröffentlichten Video-Statement. "Und das lässt uns weiter hoffen."

Am Sonntag hatten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als Verkäufer erklärt, es seien verbindliche Angebote für die Übernahme der Bank abgegeben worden. Sie würden nach erster Sichtung eine gute Grundlage bieten, um den Verkaufsprozess fortzusetzen. Bis zum Februar muss ein unterschriftsreifer Kaufvertrag ausverhandelt werden. Um die Bank bemühen sich mehrere Finanzinvestoren aus dem angloamerikanischen Raum. Sollte der Verkauf scheitern, muss die Bank nach den Auflagen der EU-Kommission abgewickelt werden.

Die HSH Nordbank steht seit Anfang des Jahres zum Verkauf, nachdem sie zuvor durch staatliche Maßnahmen gerettet wurde. Den Verkauf hatte die EU-Kommission zur Auflage gemacht, nachdem die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Garantien für die Bank ausweiten mussten.

Laut Bankchef Ermisch kommt die Kernbank vor allem im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft habe sich durchweg erfreulich entwickelt und sei in den ersten neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Auch der Abbau fauler Kredite aus den Jahren vor 2009 schreite zügig voran. Waren zum Jahresende 2016 noch 13,6 Milliarden Altlasten bei der Abbaubank gebündelt, so sollen es zum Ende dieses Jahres spürbar weniger als acht Milliarden Euro sein.