"So eine Gurke!" Hradeckys Patzer wirft Frankfurt zurück

Lukas Hradecky (l.) bekam eine Bogenlampe von David Abraham nicht zu fassen

Lukas Hradecky suchte erst gar nicht nach Ausreden.

"Ich habe den Ball unterschätzt, das war ein klarer Torwartfehler. So etwas darf mir nicht passieren, das tut mir leid für die Mannschaft", sagte der Keeper von Eintracht Frankfurt bei Sky, nachdem sein Patzer die unglückliche 1:2 (0:1)-Niederlage bei Werder Bremen besiegelt hatte. (Ergebnisse und Spielplan)

"Das hatte nichts mit der Sonne zu tun", ergänzte der Hradecky, dem nach einer harmlosen Kopfball-Rückgabe von David Abraham (79.) der Ball durch die Handschuhe gerutscht war. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)


Hradecky: "So will mich sowieso keiner"

Der (Galgen-)Humor war dem finnischen Nationaltorwart trotz seines Fehlers aber nicht vergangen. Auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft antwortete Hradecky: "Wenn ich so spiele wie heute, ist das scheißegal. Dann will mich sowieso keiner."

Durch die Pleite an der Weser, der vierten Auswärtsniederlage hintereinander, verpassten die Hessen den Sprung auf Champions-League-Platz vier. (Tabelle der Bundesliga)

"Das Ergebnis ist für uns natürlich ein Witz, weil wir dem 2:1 näher waren, als die Werderaner. Wir waren eigentlich dran, aber dann entscheidet so eine Gurke das Spiel. Das tut uns natürlich weh, weil wir den Punkt schon gebraucht hätten", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.


Die Platzherren feierten unterdessen ihren vierte Heimsieg in Folge, der gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt sein dürfte.

Boatengs Geniestreich leitet Ausgleich ein

Zuvor hatten die Hausherren im ersten Durchgang mehr vom Spiel und belohnten sich mit dem Führungstreffer durch Zlatko Junuzovic (28.). Kurz nach dem Seitenwechsel zwang Ishak Belfodil Eintracht-Keeper Lukas Hradecky zu einer Glanzparade (47.). 

Fünf Minuten später bescherte ein schöner Spielzug den Gästen den Ausgleich: Marco Fabian schickte Boateng links in die Tiefe. Der Mittelfeldstratege legte den Ball gekonnt per Hacke in den Rücken der Abwehr, Luka Jovic schloss per Direktabnahme ebenso sehenswert ab (53.).

In einer sehenswerten Partie, in der beide Mannschaft deutlich erkennbar den Sieg wollten, waren die Hanseaten nicht das bessere, sondern das glücklichere Team. Von der ersten Minute an versteckten sich die Gäste nicht und spielten immer wieder mutig nach vorne.

Beide Keeper im Blickpunkt

Mehrfach standen beide Torhüter im Blickpunkt des Geschehens. Hradecky verhinderte nach einem Kopfball von Ishak Belfodil (17.) zunächst eine frühere Führung der Norddeutschen. In der 37. Minute klärte Jiri Pavlenka auf der anderen Seite spektakulär gegen Marco Russ.

Dem ansehnlichen Spielfluss tat es auch keinen Abbruch, dass auf beiden Seiten bereits in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt gewechselt werden musste. Bei Bremen ersetzte Marco Friedl ab der 25. Minute den Schweden Ludwig Augustinsson (Oberschenkelzerrung), von der 39. Minute an spielte bei der Eintracht der Mexikaner Marco Fabian für Ante Rebic (Wadenverletzung).

Großchancen nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag. Zunächst rettete Hradecky glänzend gegen Belfodil. Nur fünf Minuten später glich die Eintracht durch Jovic aus. Der Shootingstar scheiterte nur drei Minuten später im Eins-gegen-Eins an Pavlenka, der mit dem Knie parierte.

Nach der schmeichelhaften Führung hatte Werder aber in der Schlussphase mehr vom Spiel und durch Junuzovic in der 82. Minute auch noch eine große Chance.

Beim SV Werder wird zum Nordderby am Freitag (20.30 Uhr) bei Hannover 96 Niklas Moisander nicht zum Einsatz kommen können. Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte dem ehemaligen finnischen Nationalspieler die fünfte Gelbe Karte.