HR: Tatverdächtiger im Mordfall Johanna wollte womöglich weiteres Kind entführen

Der im Zusammenhang mit dem Mordfall Johanna festgenommene Tatverdächtige soll vor einigen Jahren einen Medienbericht zufolge versucht haben, womöglich ein weiteres Kind zu entführen. Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks vom Montag soll der heute 41-Jährige im Jahr 2011 in Friedrichsdorf-Köppern nach Aussage von Zeugen eine Siebenjährige auf der Straße festgehalten haben. Erst als ein Nachbar den Eltern zu Hilfe eilte, sei es es gelungen, das Kind zu befreien.

Der Mann floh demnach zu Fuß und wurde von Polizisten überwältigt. Da er offensichtlich unter Drogeneinfluss stand, kam er in die Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main bestätigte dem Sender den Fall, erklärte aber zugleich, es habe damals "keine Anhaltspunkte gegeben, um eine Verbindung zum Fall Johanna B. herzustellen".

Der Tatverdächtige soll vor 18 Jahren die damals achtjährige Johanna in seine Gewalt gebracht, sie sexuell genötigt und getötet haben. Anschließend soll er die Leiche in einem Waldstück abgelegt haben, wo sie etwa sieben Monate später im April 2000 gefunden wurde.

Die Ermittler kamen dem Tatverdächigen durch eine andere Sexualstraftat auf die Spur. Die Polizei gab vor fast zwei Wochen seine Festnahme in Friedrichsdorf bekannt. Er soll sich weitgehend geständig gezeigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen Mord und besonders schwere sexuelle Nötigung vor.

Im Zusammenhang damit prüft die Polizei auch zwei nicht aufgeklärte Fälle von verschwundenen Mädchen aus der Region. Eines der Kinder - eine damals Elfjährige - ist seit 1996 vermisst. Das andere Mädchen verschwand 1999 mit 13 Jahren und wurde zehn Jahre später tot gefunden.