Schuldfrage voll entbrannt: Diagnose nach Horror-Sturz

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Der erste Riesenslalom in Adelboden ist von einem Horrorsturz überschattet worden. (Ski alpin: Alle Rennen im LIVETICKER)

Der Norweger Lucas Braathen wurde Opfer des extrem steilen und schwierigen Zielhangs. Der Elftplatzierte nach dem ersten Durchgang kam im zweiten Lauf kurz vor der Ziellinie ins Straucheln.

Beim vorletzten Tor war er aufgrund sehr hoher Geschwindigkeit zu spät dran, sodass er sich stark nach innen lehnen musste, um das letzte Tor noch zu erreichen.

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Dabei verhakte sich sein Außenski so, dass es ihn aushebelte. Dabei wurde sein linkes Knie in der Luft stark verdreht. Am späten Freitagabend bestätigten sich dann die Befürchtungen einer gravierenden Verletzung: Für den 20-Jährigen ist die Saison vorzeitig beendet.

Braathen erlitt eine Seitenbandverletzung im Knie und muss operiert werden.

Saisonaus für Braathen nach Horrorsturz

"Wir bringen ihn für weitere Untersuchungen nach Hause. Die Saison ist aber vorbei für ihn", sagte Norwegens Teamarzt Marc Strauss. Erwartet werden sechs bis neun Monate Pause, somit verpasst Braathen auch die WM in Cortina d'Ampezzo im Februar.

Atle Lie McGrath (ebenfalls Norwegen) erlitt zudem eine Innenbandverletzung und muss voraussichtlich sechs Wochen pausieren. (Ski alpin: Rennkalender der Saison 2020/21)

Braathen verletzt sich am Knie

Schlimm anzusehen: Braathen, der das erste Rennen der Saison in Sölden gewonnen hatte, rutschte nahezu durch den gesamten Zielbereich und wurde am Boden liegend minutenlang behandelt, nachdem er nicht ohne Hilfe aufstehen konnte.

Bemerkenswert: Das Ski-Supertalent hatte seine Fahrt kurz zuvor trotz des Sturzes regelkonform beendet und ging als Siebter in die Wertung ein, ehe er sich sein linkes Knie hielt und mit einer Trage aus dem Zielbereich befördert wurde.

Teamkollege Aleksander Aamodt Kilde war nach seinem Lauf zuvor sofort zu Braathen geeilt, um zu helfen und unterstützen.

Leif Kristian Nestvold-Haugen, ein weiterer norwegischer Fahrer, übte hinterher auch indirekt Kritik am Veranstalter und den Bedingungen für die Fahrer: "Es sah nicht gut aus, die Strecke wird bretthart kurz vor der Ziellinie. Für diejenigen von uns, die am Ende kommen, wird das Licht auch schlechter, ich habe es gestern auch gespürt", zitierte die Zeitung Aftenposten den 33-Jährigen.

Es sei ein zu steiles Zielgebiet. Auch die ehemalige norwegische Skirennläuferin Nina Haver-Løseth monierte im Fernsehsender TV 2: "Da muss der internationale Ski-Verband FIS etwas tun und mit blauen Markierungen für mehr Sicherheit sorgen."

Pinturault gewinnt Riesenslalom vor Zubcic und Odermatt

Der Sieg ging dank zweier überragender Durchgänge überlegen an den Franzosen Alexis Pinturault. Zweiter wurde Filip Zubcic aus Kroatien vor dem Schweizer Lokalmatadoren Marco Odermatt.

Alexander Schmid enttäuschte als 21. Von Pinturault trennten ihn stolze 4,08 Sekunden.

"Der Hang", klagte auch Schmid im ZDF, "mit dem werde ich noch nicht so ganz warm." Bei der WM-Generalprobe in seiner Spezialdisziplin am Samstag will er es trotzdem besser machen. "Es hilft nix, ich muss weiterkämpfen", so der 26-Jährige. Sein Rezept: "Besser schlafen - und noch mehr Gas geben."

Stefan Luitz fehlt im Berner Oberland nach seiner Oberschenkelverletzung, er muss nach einem Trainingssturz vier Wochen pausieren. Julian Rauchfuß war im ersten Lauf ausgeschieden.

Am Samstag (ab 10.30 Uhr im LIVETICKER) steht in Adelboden ein weiterer Riesenslalom auf dem Programm, am Sonntag steigt der Slalom-Klassiker.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)