Horror in US-Abschiebezentren: "Ich dachte, mein Sohn sei gestorben"

Carolina Moreno

Zwei Wochen waren Laura und ihr 20 Monate alter Sohn im Familien-Aufnahmezentrum in Artesia, New Mexico. Dann – im Juli 2014 – fing ihr Kind Michael an, zu zittern.

Schon in ihrer Heimat El Salvador hatte ihr Sohn mehrfach unter Fieberkrämpfen gelitten. Die Mitarbeiter des Flüchtlingslagers wussten darüber bescheid – und Laura wusste sich zu helfen: Schon oft hatte sie ihren Sohn behandelt.

Aber bereits mit dem ersten Fieberanfall des Kindes im Flüchtlingslager merkte die 24-Jährige, dass das hier nicht mehr so leicht funktionieren würde. Stundenlang musste sie vor der provisorischen Medikamentenausgabe anstehen – nur um eine Tagesdosis Panadol zu bekommen. Die Wärter kümmerten sich nicht im Geringsten um die Gesundheit des Kindes.

Neun Tage, nachdem das Fieber ausgebrochen war, wachte Michael nach zwei Tagen starker Erkältungssymptome besorgniserregend heiß auf. Die Ärzte verschrieben ihm Panadol, Schlaf und viel Flüssigkeit.

Aber Michaels Zustand verbesserte sich nicht. Er wurde immer heißer. In ihrer Verzweiflung bat Laura einen Wächter, erneut mit einem Arzt sprechen zu können. Doch sie wurde ignoriert. Um 7:23 Uhr begann Michael, zu krampfen.

Er übergab sich, wurde bewusstlos. Und Laura wurde panisch. Sie redete auf ihren Sohn ein, wach zu bleiben. Ohne Erfolg.

US-Einwandererfamilien in McAllen Texas, 2018.

 “Mein Junge ist tot!”

Laura trug Michael zu einer Wärterin in der Nähe. Sie weinte. “Ich habe ihr gesagt: ‘Mein Junge ist tot!’ Er hat nicht geatmet und war so bleich”, sagte sie der HuffPost. “Er antwortete nicht und ich habe geglaubt, er sei gestorben.”

Laura berichtete der HuffPost im Detail, was sie und Michael in Artesia durchmachen mussten. Allerdings mit geänderten Namen. Denn die Asylanträge der beiden werden noch...

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