Horror-Szenario: Vibrator nimmt heimlich Geräusche auf

Gleich mehrere App-gesteuerte Vibratoren zeichneten im Hintergrund sämtliche Sex-Geräusche auf. (Bild: AFP)

Die Angst, von mit dem Internet verbundenen Geräten ausspioniert zu werden, ist durchaus berechtigt. Eine besondere Brisanz erhält das Thema aber, wenn es sich dabei um Sextoys handelt.

Mit Bluetooth kann man mit der App Lovense Remote den „smarten“ Vibrator der Firma Lovense per Smartphone steuern. Damit lassen sich Länge und Intensität der Vibrationen einstellen, auch für zwei Vibratoren und über größere Entfernungen. Und wie jetzt bekannt wurde, werden damit auch die Geräusche der Nutzer aufgezeichnet – ohne deren Wissen.

Dass die Audio-Dateien auf ihren Smartphones gespeichert wurden, hatten mehrere Nutzer rein zufällig gemerkt und unter anderem auf der Plattform „Reddit“ geteilt. Zwar hatten sie der App zuvor selbst erlaubt, auf die Kamera und das Mikrofon des Handys zuzugreifen – allerdings nur für die Nutzung der Chat-Funktion innerhalb der App. Von einer durchgehenden Aufzeichnung war nie die Rede.

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Daraufhin antwortete ein Verantwortlicher des Unternehmens auf der Plattform und bezeichnete die heimliche Aufnahme als „kleinen Fehler“. Der verhindere aktuell, dass die Audio-Datei automatisch gelöscht wird, sobald die Aufzeichnung vorbei ist, wie es normalerweise sein sollte. Momentan kann nur eine neue Aufnahme die alte überschreiben.

Er versicherte außerdem, dass die Sprachaufzeichnungen nicht auf die Server des Unternehmens übertragen, sondern nur auf den Smartphones gespeichert würden. Und das auch nur bei Android, nicht bei iOS. Mittlerweile gibt es von Lovense nach eigenen Angaben die korrigierte Version 3.0.7 zum Download.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Sextoys in Verruf geraten sind. Zuvor wurden schon bei einem Anal-Plug und dem We-Wive-Vibrator Nutzerdaten gesammelt.