Hooligans mit Mafia-Kontakten: Ermittlungen gegen den SSC Neapel und Aurelio De Laurentiis

Nach Juventus gerät nun auch Napoli ins Visier der Fahnder. Der Klub steht im Verdacht, Kontakt zu Figuren des organisierten Verbrechens zu pflegen.

Der Skandal um mögliche Verstrickungen zwischen italienischen Erstligisten und Hooligangruppen mit mafiösen Verbindungen weitet sich aus. Der italienische Fußball-Verband (FIGC) hat unter anderem Ermittlungen gegen Tabellenführer SSC Neapel und dessen Klubpräsidenten Aurelio De Laurentiis aufgenommen.

Der Klub und der Präsident sollen Hooligangruppen mit Kontakten zur Camorra, der Mafia in Neapel, Eintrittskarten für Spiele geschenkt haben, berichtete die Gazzetta dello Sport am Montag. Zwei Unternehmer, die im Sommer wegen Geldwäsche festgenommen worden waren, sollen Profis des Klubs Geschenke gemacht haben, für die sich der SSC Neapel mit Tickets revanchiert habe.

Klubchef De Laurentiis, der zu den namhaftesten Filmproduzenten Italiens zählt, wird am Dienstag vom FIGC-Staatsanwalt Giuseppe Pecoraro befragt. Pecoraro hatte ähnliche Ermittlungen gegen Juventus Turin und dessen Präsidenten Andrea Agnelli geführt.

Agnelli wurde zu einer einjährigen Sperre sowie zur Zahlung einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt. Er soll Kontakte zu Hooligans unterhalten haben, die angeblich Verbindungen zur Mafia haben. Das Juve-Management wird verdächtigt, von 2011 bis 2016 Hooligans unter der Hand Eintrittskarten beschafft zu haben. Damit soll nach Angaben des Verbandes auch der Schwarzhandel gefördert worden sein.