Hongkongs Innenminister muss nach Besuch einer Party in Quarantäne

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Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam (AFP/Daniel SUEN)

Nach der Teilnahme an einer Party hat sich Hongkongs Innenminister Caspar Tsui wegen einer möglichen Corona-Infektion am Donnerstag in Quarantäne begeben. Regierungschefin Carrie Lam sagte, zehn Regierungsvertreter hätten an der Geburtstagsfeier am Montag teilgenommen, bei der ein Corona-Verdachtsfall identifiziert worden sei. Tsui gelte als direkte Kontaktperson. Lam zeigte sich "sehr enttäuscht" über das Verhalten des Innenministers, der sich via Facebook entschuldigte.

An der Feier nahmen den Angaben zufolge mehr als einhundert Gäste teil, darunter auch Polizeichef Raymond Siu und der Leiter der Einwanderungsbehörde, Au Ka-wang. Tsui sei nach 21.30 Uhr noch anwesend gewesen, als ein Gast mit einer möglichen Corona-Infektion zu der Party gestoßen sei. Siu sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vor Ort gewesen. Wann Au die Party verließ, sollte noch ermittelt werden.

Lam erinnerte daran, dass die Gesundheitsbehörden der Bevölkerung drei Tage zuvor geraten hatten, große Versammlungen zu meiden. Wenn Politiker die Hinweise nicht beachteten, könnten sie kein "gutes Beispiel für die Menschen in Hongkong" abgeben, kritisierte die Regierungschefin.

Hongkong hat ebenso wie die Volksrepublik China in den vergangenen Monaten strikte Quarantäne-Maßnahmen ergriffen. Auf diese Weise gelang es den Behörden, die Stadt weitgehend Corona-frei zu halten. Nach einem kleinen Ausbruch der Omikron-Variante, der von Flugpersonal der Airline Cathay Pacific ausgelöst wurde, ergingen neue Warnhinweise, Aufrufe zum Abstandhalten und Flugverbote für acht Länder.

Im vergangenen Jahr war gegen Au eine Strafe verhängt worden, weil er gegen die Abstandsregeln verstoßen und mit Regierungsvertretern in einem Luxus-Lokal gespeist hatte.

ao/gap

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