Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong gegen Kaution freigelassen

Der zu drei Monaten Haft verurteilte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Der 21-Jährige wurde am Dienstag gegen Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Ein Richter hatte zuvor dem Berufungsantrag Wongs gegen seine Verurteilung wegen einer Sitzblockade bei der sogenannten Regenschirm-Bewegung 2014 in der vergangenen Woche stattgegeben. Bei dem Urteil sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, wie jung der Angeklagte damals noch gewesen sei.

Wong war bereits im August wegen eines anderen Vergehens im Zusammenhang mit den Protesten zu sechs Monaten Haft verurteilt, später aber unter Auflagen freigelassen worden. "Die Ungewissheit scheint der Normalfall zu sein, wenn man unter einer unterdrückerischen und autoritären Regierung lebt", sagte Wong bei seiner Entlassung am Dienstag. Er habe dennoch mehr Glück als sein Mitstreiter Raphael Wong, der zu viereinhalb Monaten Haft verurteilt worden war. Dessen Berufung wurde am Dienstag abgelehnt.

Joshua Wong war eines der prominentesten Gesichter der Regenschirm-Bewegung, die 2014 für politische Reformen in Hongkong kämpfte. Bei den Protesten hatten zeitweise zehntausende Menschen mehr Demokratie und freie Wahlen gefordert. Die britische Kronkolonie Hongkong war 1997 an China zurückgeben worden.

Unter der Formel "ein Land, zwei Systeme" sagte die Volksrepublik Hongkong für 50 Jahre weitreichende innere Autonomie zu. Die Opposition wirft Peking jedoch vor, sich zunehmend in die Angelegenheiten Hongkongs einzumischen und damit die Autonomievereinbarungen zu verletzen.