Honecker in der BRD: Wie Stasi und BKA die Reise in das Feindesland vorbereiteten

Damit bezog sich die Sprecherin auf die jüngsten Ereignisse in Sachsen-Anhalt.

Gut möglich, dass es dem Besucher aus der DDR etwas mulmig war, als er am 24. August 1987 kurz vor halb zwölf mittags die Pforte des Bundeskriminalamtes (BKA) in Meckenheim durchschritt. Schließlich betrat der Offizier aus der Stasi-Hauptverwaltung A (HVA) absolutes Feindesland. Aber der Mann brauchte nicht zu befürchten, dass ihn die Spionageabwehr des BKA festnimmt, denn er wurde erwartet – von BKA-Abteilungsdirektor Krämer persönlich.

Die beiden Sicherheitsbeamten aus Ost und West hatten schließlich eine gemeinsame Aufgabe – den störungsfreien Ablauf des Besuchs von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker in der Bundesrepublik zu gewährleisten.

30 Jahre nach dem Staatsbesuch Honeckers in der Bundesrepublik geben Akten aus dem MfS-Archiv erstmals näheren Einblick in die damalige Zusammenarbeit zwischen der obersten westdeutschen Polizeibehörde und dem DDR-Geheimdienst. Anlass des Zusammentreffens in Meckenheim war nämlich die Übergabe einer Namensliste von Bundesbürgern, die aus Sicht der Stasi sogenannte Gefahrenträger waren.

Von diesen Personen – heute würde man sie wohl als „Gefährder“ bezeichnen – wären nach Überzeugung des Mielke-Ministeriums provokative Handlungen oder sogar Anschläge gegen den SED-Generalsekretär und seine Delegation zu erwarten.

88 vermeintliche Gefährder waren vermerkt

Bei dem Besucher von der HVA handelte es sich um den damaligen hauptamtlichen Sicherheitsbeauftragten der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn. Der Posten – das wusste man auch beim BKA – wurde in der Regel von der Stasi besetzt. Die Liste, die der DDR-Besucher im August 1987 dem BKA-Direktor überreichte, enthielt die...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung