Honduras' Staatschef Hernández zum Sieger von Präsidentschaftswahl erklärt

Amtsinhaber Hernández

Drei Wochen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Honduras ist Amtsinhaber Juan Orlando Hernández zum Wahlsieger erklärt worden. Der konservative Politiker sei für eine weitere Amtszeit gewählt worden, erklärte das Oberste Wahlgericht am Sonntag. Die Opposition erklärte umgehend, die Entscheidung nicht anerkennen zu wollen, und rief zu neuen Protesten auf.

Über den Aufgang der Präsidentschaftswahl in dem mittelamerikanischen Land tobt seit Wochen ein heftiger Streit. In den ersten Stunden nach der Wahl vom 26. November hatte Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen deutlichen Vorspruch vor Hernández. Nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der 49-jährige Staatschef vorne.

Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts kam Hernández auf 42,95 Prozent, sein linksgerichteter Herausforderer Nasralla auf 41,24 Prozent. Der Vorsitzende des Wahlgerichts, David Matamoros, sagte am Sonntag, die Präsidentschaftswahl sei so "transparent" abgelaufen wie noch nie in Honduras.

Die Opposition spricht dagegen von Wahlbetrug. Der Anführer des oppositionellen Linksbündnisses, Ex-Präsident Manuel Zelaya, betonte am Sonntag, die Erklärung des Wahlgerichts nicht anerkennen zu wollen. "Die Wahl muss annulliert werden", sagte Zelaya. "Diese Wahl ist null und nichtig und wir werden sie nicht respektieren." Armee und Polizei sollten sich zur Verfügung von Oppositionskandidat Nasralla halten.

Die Opposition will die Proteste der vergangenen Wochen fortsetzen. Befürchtet wird nun neue Gewalt. Bei Protesten gegen den Ausgang der Wahl gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tote: Während die Behörden nur drei Todesfälle bestätigt haben, waren es laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 14 Tote und laut der Opposition 20 Tote.