Honduras: Neuauszählung aller Stimmen möglich

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Honduras vor zehn Tagen fordert die Opposition eine Neuauszählung aller Stimmen. Sollte die Wahlbehörde das nicht machen, müsste eine Stichwahl entscheiden, so Oppositionsführer Salvador Nasralla.

Der Sportjournalist vom Mitte-Links-Bündnis hatte zuerst wie der sichere Sieger ausgesehen, seit den letzten Ergebnissen des Obersten Wahlgerichts liegt nun angeblich der konservative Präsident Juan Orlando Hernández knapp vorn. Nasralla behauptet, es liegen Wahlbetrug und Manipulation vor - Er weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen .

Gegner und Amtsinhaber Hernández erklärte nun, er würde in eine Neuauszählung der gesamten Stimmzettel einwilligen. Er zeigte sich von seinem Sieg jedoch überzeugt. Das amtliche Endergebnis steht allerdings noch nicht fest.

Seit mehreren Tagen werden Proteste gegen ihn im zentralamerikanischen Land immer lauter: Mindestens zwei Menschen kamen bei Krawallen ums Leben. Die Regierung verhängte daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre.

Zahlreiche Polizisten weigerten sich, gegen die Demonstranten vorzugehen. In einer Stellungsnahme forderten sie die Politiker auf, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln: "Die Bundespolizei ist der honduranischen Gesellschaft verpflichtet und wird das Volk nicht unterdrücken. Wir wollen Frieden und fordern die Politiker auf, ihre Angelegenheiten auf politischem Wege zu regeln".

Nachdem sie sich mit der Regierung über Gehalts- und Bonuszahlungen geeinigt haben, traten die Polizisten ihren Dienst wieder an. Dennoch bewahren sie ihre Position: "Wir werden mit dem Volk auf der Straße sein, wir werden es beschützen, damit wieder Frieden und Ruhe für die Honduraner einkehren", sagte ein Sprecher der Spezialeinheit Cobra der Zeitung El Heraldo .