Honda in Valencia: Nakagami hadert mit P4, Bradl erneut in den Punkten

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 5 Min.

Mit Platz vier beendete Takaaki Nakagami den Grand Prix von Europa in Valencia nicht nur als bester Honda-Pilot, sondern egalisierte auch seine bis dato beste Saisonplatzierung. Richtig zufrieden war der LCR-Fahrer aber nicht.

"Ich habe etwas gemischte Gefühle", bekundet Nakagami, der aus der erste Reihe gestartet war. "Gegen Rennende war ich nah dran an meinem ersten Podium. In den letzten sieben, sechs Runden konnte ich noch einmal zulegen und ich hatte eine großartige Pace. Zu Beginn war ich etwas zu sehr darauf aus, die Reifen zu schonen."

Mit dieser konservativen Herangehensweise habe er in der ersten Rennhälfte rückblickend zu viel Zeit verloren und kam trotz der zweiten Luft am Ende nicht mehr nah genug an Pol Espargaro (KTM) heran, um einen Angriff auf das Podest zu starten.

Nakagami enttäuscht von eigener Rennperformance

"Ich wusste, wenn ich 27 Runden pushe, dann leidet die linke Flanke und der Reifen überhitzt, sodass das Rennende schwierig werden würde", erklärt Nakagami. "Aber ich war etwas zu vorsichtig. Ich war nicht langsam, aber diese ein, zwei Zehntel pro Runde haben uns am Ende zu viel gekostet."

Seine beste Rennrunde fuhr der Japaner kurioserweise im vorletzten Umlauf: "Das ist sehr positiv. Andererseits stellt sich natürlich die Frage, warum ich diese Zeit nicht von Anfang an oder zur Mitte des Rennens gefahren bin. Ich habe gepusht, aber nicht wie gegen Ende des Rennens, als ich ein paar extra Zehntel herauspressen konnte."

"Deshalb bin ich nicht glücklich, es lag nicht am Motorrad oder am Reifen, sondern an mir", gibt sich Nakagami selbstkritisch. "Aber ich weiß, wo ich mich verbessern muss. Insofern ist es gut, dass das nächste Rennen auch hier in Valencia stattfindet."

Kampf mit Dovizioso: Alex Marquez stürzt in Kurve 1

Für Honda-Markenkollege Alex Marquez endete das erste Rennen in Valencia erneut mit einem Sturz, nachdem er bereits in Aragon 2 gestürzt ausgeschieden war. Andrea Dovizioso (Ducati) hatte Marquez im Kampf um Platz acht gerade überholt, als sich dieser in Kurve 1 verschätzte und eine Kollision nur haarschaf vermied.

Kurz nachdem Andrea Dovizioso ihn überholt hatte, stürzte Alex Marquez

Kurz nachdem Andrea Dovizioso ihn überholt hatte, stürzte Alex Marquez<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Kurz nachdem Andrea Dovizioso ihn überholt hatte, stürzte Alex MarquezMotorsport Images

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"Wenn man von der Geraden kommt, muss man besonders im Verkehr auf den Windschatten achten. Denn auf der Bremse passieren da ganz leicht Fehler. Ich habe an der gleichen Stelle gebremst wie er, aber mit dem Windschatten war es unmöglich, das Bike ausreichend zu verlangsamen", schildert Marquez die Situation.

"Es gab nur zwei Optionen: in ihn hinein zu fahren oder allein zu stürzen. Ich glaube auch, dass es auf der Innenseite der Kurve etwas feucht war. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich eine Rolle gespielt hat. Jedenfalls blockierte das Vorderrad", sagt er weiter.

Crutchlow nach fünf Rennrunden schon im Kies

Im Kampf um den Titel Rookie des Jahres ist er durch den Ausfall gegen Brad Binder (KTM), der Siebter wurde, ins Hintertreffen geraten. Doch Marquez ist vor allem enttäuscht, "weil es der zweite Nuller in Folge war und wir hier gute Punkte hätten holen können, wie schon in Aragon". Zum Zeitpunkt des Sturzes war er Neunter.

Auch Cal Crutchlow (LCR-Honda) sah die Zielflagge in Valencia nicht. Er schied bereits nach fünf Runden auf Position 14 liegend aus. Seine Ausgangslage im Rennen war nach einem schlechten Qualifying mit Startplatz 15 ohnehin denkbar schlecht.

"Insbesondere auf einer Strecke wie dieser ist es wirklich schwierig zu überholen. Mit der Honda müssen wir nicht zwangsläufig unsere eigenen Linien fahren, aber natürlich funktioniert sie viel besser, wenn wir auf unsere Art und Weise fahren können", weiß der Brite, der in der Anfangsphase hinter Danilo Petrucci (Ducati) festhing.

"Mein eigener Fehler": Crutchlow erklärt den Sturz

In Kurve 8 wollte er ein Manöver starten, um vorbeizugehen. Dort hatte Petrucci die Runde zuvor einen Fehler gemacht. Genau der passierte dann aber Crutchlow: "Das Motorrad geriet am Hinterrad etwas außer Kontrolle, als ich in Kurve 8 einbog. Dann blockierte das Vorderrad, weil ich schlichtweg zu schnell war. Mein eigener Fehler."

Insgesamt glaubt der LCR-Pilot aber, "dass mein Motorrad hier konkurrenzfähig gewesen wäre". Die größte Krux sei der schlechte Startplatz gewesen. "Ich hatte in den Bremszonen von Kurve 1 und 2 Probleme, vielleicht lag es am Verkehr", mutmaßt er.

"Taka war schnell, sehr schnell, als er alleine gefahren ist. Das ist auch bei uns anderen Honda-Fahrern zu beobachten. In diesem Punkt müssen wir uns verbessern", hält Crutchlow fest. "Ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Bike und unserem Paket zum nächsten Wochenende noch einen Schritt nach vorn machen können."

Bradl am Start zu verhalten, dann Probleme mit Reifen

Diesen erhofft sich auch Stefan Bradl, der es in Valencia mit Platz zwölf erneut in die Punkteränge schaffte. Trotzdem analysiert der Deutsche selbstkritisch: "Mein Start war nicht so schlecht, aber ich war in den ersten paar Runden vielleicht etwas zu vorsichtig. Im Nachhinein hätte ich etwas aggressiver sein können."

Stefan Bradl kam wie schon in Aragon 2 als Zwölfter ins Ziel und holte Punkte

Stefan Bradl kam wie schon in Aragon 2 als Zwölfter ins Ziel und holte Punkte<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Stefan Bradl kam wie schon in Aragon 2 als Zwölfter ins Ziel und holte PunkteMotorsport Images

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"Nach einigen Runden bekam ich dann Probleme mit dem Vorderreifen, mir ging ein bisschen das Vertrauen in die Front verloren, was sich natürlich auch auf mein Fahrverhalten auswirkte. Ich musste Tempo herausnehmen", erklärt er weiter.

Sein Fokus für Valencia 2 liege folglich darauf, besser mit dem Vorderreifen zu arbeiten. "Das war das Hauptproblem im Rennen. Wir wissen also, wo wir ansetzen müssen. Ich freue mich auf das nächste Wochenende. Die Wettervorhersage sieht viel besser aus. Das Tempo wird anziehen und es dürfte ein spannendes Rennen werden."

Weitere Co-Autoren: Mark Bremer. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.