Hometogo kauft Überbleibsel von Reise-Startup Mapify

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Die Brüder Patrick (l.) und Sebastian Häde haben die Marke Mapify weiterverkauft.
Die Brüder Patrick (l.) und Sebastian Häde haben die Marke Mapify weiterverkauft.

Das zuletzt kriselnde Travel-Startup Mapify hat wie geplant einen Käufer gefunden. Wie Mitgründer und Geschäftsführer Patrick Häde gegenüber Gründerszene bestätigte, übernimmt die Reiseplattform Hometogo das Berliner Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Zum Kaufpreis äußerte sich Häde nicht.

Hometogo sei eines von insgesamt fünf Unternehmen gewesen, das sich für Mapify interessiert habe, so Häde. „Wir waren bereits seit Anfang des Jahres in engen Gesprächen und sind überzeugt, dass wir mit Hometogo unsere Vision, ein nahtloses Reiseerlebnis zu schaffen, am besten umsetzen können.“ Ähnlich wie Mapify habe Hometogo, das eine Suchmaschine für Ferienhäuser betreibt, zuletzt stark mit Influencern experimentiert, um Nutzern Reiseinspirationen zu liefern.

Mapify galt lange als eine der großen Startup-Hoffnungen in der Bundeshauptstadt. 2016 von den Brüdern Patrick und Sebastian Häde, Magnus Langanke, David Pflugpeil und Tobias Schnorpfeil gegründet, startete die Firma mit einer App für die Reiseplanung durch. Anhand von Fotovorschlägen ließen sich interessante Urlaubsorte speichern und über Schnittstellen zu Airbnb oder zum Flugportal Skyscanner erste Buchungsschritte vornehmen. Eine KI half bei der Auswahl. Zuletzt bot das von Lakestar finanzierte Mapify auch eigene Reisepakete im Direktvertrieb an. 250.000 Nutzer sollen die App offiziell verwendet haben.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr vergangenen Jahres geriet das Unternehmen jedoch in finanzielle Schieflage. Einige Monate später – im August 2020 – mussten Teile des zwischenzeitlich mehr als 20 Mitarbeiter umfassenden Teams gehen. Im Februar dieses Jahres dann verkündete das Unternehmen schließlich das Aus – und kündigte die Suche nach einem Käufer für das brachliegende Portal an.

Diese ist nun abgeschlossen. Gegenüber Gründerszene betont Mitgründer Patrick Häde, dass die Plattform von Mapify vorerst eigenständig bestehen bleibe. Ob das Angebot irgendwann in Hometogo integriert wird, ist laut Häde noch nicht entschieden. „Wir werden als Gründerteam an Bord bleiben und als Berater zusammen mit Hometogo an der Weiterentwicklung beteiligt sein.“ In Vollzeit wird dies allerdings nicht mehr passieren. Häde hat bereits seit einigen Wochen einen neuen Job. Er verantwortet inzwischen die Produktentwicklung beim gehypten Lieferdienst Gorillas.