Home Office für immer: „Das Büro, wie wir es kennen, ist vorbei“, sagt Airbnb-CEO Brian Chesky

Airbnb-Co-Gründer und CEO Brian Chesky
Airbnb-Co-Gründer und CEO Brian Chesky

Für den CEO von Airbnb, Brian Chesky, ist die Arbeit im Büro ein Relikt der Vergangenheit. In einem aktuellen Interview für Time’s „The Leadership Brief“ sagte Chesky, dass er das Büro für „eine anachronistische Form“ hält, die „aus einem vordigitalen Zeitalter“ stammt.

Er sagte dies, nachdem Airbnb kürzlich angekündigt hat, dass seine Mitarbeiter, ohne Gehaltseinbußen für immer im Homeoffice arbeiten können. So könne er seinen Talentpool erweitern. Zudem stellte er fest, dass das Unternehmen seine produktivste zweijährige Periode überhaupt hatte, während alle remote gearbeitet haben.

„Das Büro, wie wir es kennen, ist vorbei“, sagte er der Time. „Wir können nicht versuchen, an 2019 festzuhalten, genauso wenig wie an 1950. Wir müssen nach vorne schauen.“

Airbnb-Karriereseite überrannt – nach der Home Office-Verkündung

Er fuhr fort: „Wenn es das Büro nicht gäbe, würde ich gerne fragen: Würden wir es erfinden? Und wenn wir es erfinden würden, wofür würden wir es dann erfinden? Natürlich werden die Menschen weiterhin in Krankenhäuser gehen und dort arbeiten, die Menschen werden weiterhin in Cafés gehen und dort arbeiten – diese Räume sind absolut sinnvoll. Aber ich denke, dass sich für jemanden, der mit einem Laptop arbeitet, die Frage stellt, wofür ein Büro eigentlich da ist.“

Kurz nach der Ankündigung, dass Airbnb vollständig auf Fernarbeit umstellen wird, erhielt die Karriereseite des Unternehmens laut Chesky mehr als 800.000 Aufrufe.

Hundertprozentige Fernarbeit kann die Einstellungsmöglichkeiten diversifizieren

Im Januar sagte Chesky, er „lebe auf Airbnb“ und arbeite von verschiedenen Städten in den USA aus. In seinem Time-Interview räumte er ein, dass es immer noch einen gewissen Bedarf an Büros geben wird, kam aber zu dem Schluss, dass „das Büro etwas leisten muss, was ein Haus nicht leisten kann“.

„Die Menschen werden immer noch in Büros gehen, aber für andere Zwecke, für Räume der Zusammenarbeit“, sagte er.

Chesky meinte gegenüber Time, dass die hundertprozentige Fernarbeit die Einstellungsmöglichkeiten diversifizieren kann, da die Mitarbeiter von überall aus arbeiten können. Aber es kann auch dazu führen, dass sich einige Mitarbeiter von ihren Kollegen und dem Unternehmen isoliert fühlen.

Hybride Arbeitsmodelle werden nicht funktionieren

Laut ihm würde das hybride Arbeitsmodell, bei dem die Mitarbeiter drei Tage pro Woche im Büro arbeiten, wie es Unternehmen wie Google und Apple verwenden, Mängel aufweisen.

Airbnbs Alternative zu diesem Modell besteht darin, dass sich die Mitarbeiter etwa eine Woche pro Quartal persönlich treffen.

„Meine Vorhersage ist, dass aus drei Tagen in der Woche zwei Tage in der Woche werden und aus zwei Tagen in der Woche ein Tag in der Woche, und schon bald ist man in einer hybriden Welt oder in einer Welt, in der man hauptsächlich von unterwegs arbeitet“, sagte er. „Den Leuten ist nicht klar, dass diese zwei, drei Tage pro Woche nicht besonders nachhaltig sind. Die Leute werden erkennen: 'Ok, wir sollten bewusster entscheiden, wann wir uns treffen. Und wir sollten uns für ein oder zwei Wochen am Stück treffen“.

Anmerkung: Axel Springer, die Muttergesellschaft von Business Insider, ist ein Investor von Airbnb.

Dieser Artikel wurde von Leo Ginsburg aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr.

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