Holtby lässt HSV vom Wunder träumen - Freiburg leidet

Lewis Holtby erzielte das 1:0 für den Hamburger SV gegen den SC Freiburg

Der eigentlich schon abgeschriebene Hamburger SV darf plötzlich wieder vom Wunder im Kampf um den Klassenerhalt träumen.

Die Mannschaft von Trainer Christian Titz gewann am 31. Spieltag das umkämpfte Kellerduell gegen den SC Freiburg nicht unverdient, aber etwas glücklich mit 1:0 (0:0).

Dank des Treffers von Lewis Holtby (54.) und der Paraden von Julian Pollersbeck verkürzte der HSV den Rückstand auf die Breisgauer auf fünf Punkte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Die Highlights des 31. Spieltags bei SPORT1 am Sonntag, ab 9.30 Uhr, in "Bundesliga Pur"

Ärger um Platzverweis für Söyüncü

Freiburg verlor auch noch Innenverteidiger Caglar Söyüncü nach einem zumindest strittigen Foulspiel durch die Gelb-Rote Karte (71.).

Nach einem Ballverlust des Freiburgers am HSV-Strafraum kam Filip Kostic im Laufduell mit Söyüncü zu Fall, Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied nach einem Kontakt am Fuß auf taktisches Foul.

"Das passt ein bisschen ins Bild, weil es wahrscheinlich wieder die falsche Entscheidung war", kommentierte SC-Sportvorstand Jochen Saier bei Sky die Szene zum Gelb-Rot: "Mir geht es um die Verhältnismäßigkeit im Spiel. Kurz vorher wird Maik Frantz abgeräumt und da passiert nichts."

Gemeint war das Einsteigen des ebenfalls bereits verwarnten Matti Steinmann, der ohne Gelb-Rot davon kam. "Er trifft mich am Arm. Was soll ich da noch sagen?", ärgerte sich Frantz: "Wenn der Schiri sagt, es bleiben beide Teams bei elf Mann - ok. Aber unser Spieler bekommt Gelb-Rot und das Foul war meiner Meinung nach von Kostic. Es tut halt extrem weh, weil wieder gegen uns entschieden wurde."

Ähnlich äußerte sich Saier: "Es ist brutal hart, so wie gepfiffen wurde heute." Trainer Streich blieb bei seiner defensiven Linie der letzten Zeit und erklärte lediglich: "Ich sage nichts mehr zu den Schiedsrichtern. Es ist ok. Das müssen die Leute verantworten, die das tun."

Hamburg darf vom Klassenerhalt träumen

Bei noch drei ausstehenden Spielen liegen die Hamburger, bei denen Torwart Pollersbeck einen herausragenden Tag erwischte, als Vorletzter nun auch fünf Punkte hinter dem VfL Wolfsburg, der am Freitag 0:3 in Mönchengladbach verloren hatte.

Mit einem Sieg nächste Woche bei den Wölfen würde der HSV dem Team des ehemaligen Hamburger Retters Bruno Labbadia damit bis auf zwei Punkte nahe kommen.


Freiburg präsentiert sich zur Unzeit in einer erschreckend schwachen Form und ist nun seit acht Spielen sieglos. (Die Tabelle der Bundesliga)

Der Sportclub vergab in der ersten Halbzeit beste Möglichkeiten - und so kassierte Christian Streich an der Elbe seine erste Niederlage.

Zuletzt hatte der HSV im Januar 2010 zu Hause gegen Freiburg gewonnen. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)

HSV beginnt hektisch

"Wir werden alles geben, um den Punkterückstand zu verkürzen", hatte Titz vor der Partie gesagt und vor 54.847 Zuschauern versuchte der HSV stets Druck aufzubauen.

Allerdings blieben die Offensivaktionen der Hausherren lange zu hektisch und unpräzise, um sich wirklich zwingende Möglichkeiten zu erarbeiten. (Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

Zudem wurde Hamburgs Ballverteiler Matti Steinmann von den Freiburgern immer wieder gut zugestellt - und so stockten die Ideen.

Steinmann fehlte in dieser Phase auch noch minutenlang, weil er wegen Nasenbluten draußen behandelt werden musste und der HSV keinen schnellen Ersatz für das vollgeblutete Trikot auf der Bank hatte.

Alles zum 31. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit den Gästen Jörg Schmadtke und Arnd Zeigler


Riesige Chancen für Freiburg

Auch Freiburg versteckte sich keinesfalls, der Streich-Elf war aber deutlich anzumerken, dass sie nach den Rückschlägen zuletzt nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt.

Das zeigte sich auch in der 35. Minute, als Janik Haberer und Tim Kleindienst eine Doppelchance leichtfertig liegen ließen - allerdings parierte Pollersbeck auch sehr stark (35.).

Sieben Minuten später rettete der HSV-Torwart gegen Nils Petersen aus rund vier Metern dann mit dem Fuß erneut spektakulär.

Holtby nutzt Patzer

Mit dem Mute der Verzweiflung warf der HSV dann alles nach vorne.

Mit einer tollen Einzelaktion tankte sich Holtby durch den gegnerischen Strafraum und wurschtelte den Ball irgendwie ins Netz. Vorher war ihm der Ball nach Freiburger Querschlägern allerdings auch glücklich ausgerechnet von Söyüncü in die Füße gespielt worden. "Wieso Glück? Glück muss man sich erarbeiten", kommentierte der Siegtorschütze die Szene hinterher mit einem Grinsen: "Das war technisch versiert, gute Ballbehandlung."

Der eingewechselte Bobby Wood hatte kurz danach sogar die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen schoss aber aus kurzer Distanz über das Tor.

Und so sahen die Fans keine hochklassige, aber sehr spannende Partie, in der Filip Kostic (90.) kurz vor Schluss völlig freistehend den Matchball vergab.

Das Restprogramm im Abstiegskampf

SC FREIBURG
(H) 1. FC Köln
(A) Borussia Mönchengladbach
(H) FC Augsburg

HAMBURGER SV
(A) VfL Wolfsburg  
(A) Eintracht Frankfurt
(H) Borussia Mönchengladbach