Holcim-Chef: Infrastrukturprogramme dürften 2023 in Auftragsbüchern ankommen

ZUG (dpa-AFX) - Das kräftige Wachstum im ersten Halbjahr ist Holcim <CH0012214059> auch ohne Rückenwind durch staatliche Infrastrukturprogramme wie etwa aus den USA gelungen. Diese Aufträge dürften sich erst im nächsten Jahr auswirken, sagte Konzernchef Jan Jenisch am Mittwoch in einer telefonischen Medienkonferenz.

Auch ohne diese Aufträge sei Holcim für das zweite Halbjahr bereits ausverkauft. Und im nächsten Jahr dürften sich dann die riesigen Infrastrukturprogramme in den Orderbüchern des Konzerns niederschlagen. Über das Ausmaß wolle er keine Schätzungen abgeben, sagte Jenisch weiter.

Trotz der Gasknappheit in Europa macht sich Jenisch keine Sorgen: "Wir verwenden in Europa kein Gas direkt in der Produktion." Holcim sei aber beeinflusst von Stromversorgern, die Gas oder andere Energiequellen verwenden würden. Der Energienachschub von Holcim sei sicher, sagte Jenisch.

Die starken Preiserhöhungen für Energie hätten auch positive Seiten. Holcim habe den Einsatz von alternativer Energie verstärkt. In Europa komme schon 65 Prozent der Energie aus alternativen Quellen. "Für uns ist Situation unter Kontrolle", sagte Jenisch: "Ich glaube nicht, dass die Inflation für uns im zweiten Halbjahr zu einem Problem wird."

Der milliardenschwere Verkauf des Geschäfts in Indien verlaufe plangemäß. "Ich schätze, dass wir die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde in den nächsten Wochen bekommen." Vier Wochen danach werde dann der Verkauf abgeschlossen. Er gehe von einem Abschluss des Deals Ende August bis Ende September aus, sagte Jenisch.

Mit den insgesamt über 7 Milliarden Dollar aus dem Verkauf der Geschäfte in Indien, Brasilien und Simbabwe will Holcim weitere Akquisitionen im Bereich Lösungen & Produkte tätigen. "Wir haben einige Ideen, was wir machen. Wir haben einige interessante Firmen in der Pipeline, die uns verstärken können, sowohl in Nordamerika als auch in Europa", sagte Jenisch.

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