Hohenwutzen: Mit dem Shuttle zu Schnaps, Tabak und Kitsch

Ein Verkaufsstand auf dem Polenmarkt

Berlin/Hohenwutzen.  Der Qualm, der über der Menschenschlange hängt, ist schon von Weitem zu sehen. Es sind bestimmt hundert Menschen, die hier an einem Sonnabend um 8.39 Uhr vor einem Plattenbau in der Marzahner Allee der Kosmonauten anstehen, um mit dem Bus zum Polenmarkt um 9 Uhr nach Hohenwutzen zu fahren. Dreimal täglich fährt er von hier zum Polenmarkt und wieder zurück, an sieben Tagen die Woche. Es ist ein Shuttle zu Schnaps, billigen Zigaretten und allerlei Tand.

Am Sonnabend warten hier morgens sogar drei Busse, so groß ist der Andrang. Hin und zurück kostet der Ausflug ins Nachbarland zehn Euro. Vieles ist dort immer noch günstiger zu haben als in Deutschland. Auf der zugehörigen Webseite www.polenmarkt.de ist gelistet, wie viel man wovon legal mitbringen kann: 800 Zigaretten, zehn Liter Spirituosen, 60 Liter Schaumwein, 110 Liter Bier, 10 Kilogramm Kaffee. Aber wer würde auf die Idee kommen, 60 Flaschen Sekt im Bus nach Berlin zu karren? Es sind natürlich vor allem die günstigen Zigaretten, die die Mitfahrer zum Polenmarkt locken.

Besonders am Monatsanfang sei der Bus gut gefüllt, sagt Nicolas Gesch, der Geschäftsführer des Polenmarkts Hohenwutzen, der vor drei Jahren die Idee hatte, seine Kunden mit einem Bus einfach direkt zu sich zu holen. "Wir richten uns an Menschen ohne Auto und auch solche, die wenig Geld zur Verfügung haben", sagt er. "Das wird gut angenommen, mittlerweile fahren wir sogar unter der Woche manchmal schon mit zwei Bussen." Die Klientel, das hört man heraus, sind w...

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