Hohe Schülerzahlen: Stadt Köln will sechszügige Schule in nur zehn Monaten eröffnen

Die neue Schule in Vogelsang soll rund 150 Fünftklässler aufnehmen.

In nur zehn Monaten will die Stadt eine sechszügige Gesamtschule aus dem Boden stampfen. Bereits zum kommenden Schuljahr soll die neue Schule am Wasseramselweg in Vogelsang ihren Betrieb und rund 150 Fünftklässler aufnehmen.

Dazu wird ein Provisorium in der Nähe des Grundstücks errichtet, auf dem dann bis 2022 ein großer Neubau für insgesamt rund 1200 Schüler entstehen wird.

Der Schulausschuss des Rates hat am Montag die „schulrechtliche Errichtung“ beschlossen. Die Stadt hat die Dringlichkeit mit den steigenden Schülerzahlen begründet. Es sei nicht möglich gewesen, die Vorlage früher einzubringen, weil die Verhandlungen über das Baugrundstück noch nicht abgeschlossen waren. Der Stadtrat wird am 28. September entscheiden.

„Sechsfach-Sporthalle“ soll 2023 fertig sein

Von seiner Zustimmung kann man auch bei einem weiteren Großprojekt ausgehen. Der Schulausschuss beschloss den Neubau der Willy-Brandt-Gesamtschule in Höhenhaus. Das Projekt, für das über 102 Millionen Euro veranschlagt werden, ersetzt das marode Gebäude, dem die Feuerwehr gravierende Mängel, vor allem hinsichtlich des Brandschutzes, attestiert hatte.

Die Planungen für den Neubau laufen seit über zehn Jahren. Nun soll es aber recht flott weitergehen: Im August des nächsten Jahres soll mit dem Bau begonnen werden, bereits im März 2020 soll das neue Schulgebäude stehen. Anschließend wird das alte Gebäude abgerissen. Bis 2023 soll dann auch eine neue „Sechsfach-Sporthalle“ fertig sein, die dann auch für den Vereinssport im Rechtsrheinischen genutzt wird. Weil das Grundstück groß genug ist, kann der Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft im laufendem Schulbetrieb errichtet werden.

Der Vorsitzende des Schulausschusses, Helge Schlieben (CDU), kündigte an, dass die Politik den knappen Zeitplan für beide Projekte immer wieder überprüfen wolle. „Wir halten das nach“, versprach er. „Wir müssen liefern.“

Nur noch wenig Kritik am ÖPP

Im nicht-öffentlichen Teil der Schulausschusssitzung wurde ein weiteres großes Sanierungsprojekt beschlossen, von dem das Georg-Büchner-Gymnasium in Weiden, die beiden benachbarten Mülheimer Realschulen in der Lassalle- und Fürstenbergstraße sowie die Katholische Grundschule in der Ossendorfer Wilhelm-Schreiber-Straße profitieren. In Weiden und Mülheim sollen die Neubauten schon 2020 bezogen werden können. In Ossendorf, wo „nur“ saniert wird, sollen die Arbeiten schon 2019 abgeschlossen sein.

Dieses Sanierungsprojekt wird als sogenannte „öffentlich-private Partnerschaft“ (ÖPP) organisiert. Die Stadt arbeitet mit einem Privatunternehmen zusammen, das für Bau und Bauunterhaltung der vier Schulen zuständig ist. Die Baukosten betragen insgesamt über 100 Millionen Euro. Hinzu kommt eine noch höhere Summe für weitere Kosten. So muss die Stadt an den privaten Partner über die Vertragslaufzeit von 25 Jahren rund 100 Millionen Euro für den Betrieb und die Bauunterhaltung der Schule zahlen.

Angesichts des großen Drucks, beim Schulbau weiterzukommen, gibt es nur noch wenig Kritik an ÖPP im Rathaus. Die grundsätzlichen Bedenken würden bleiben, sagt der schulpolitische Sprecher der Grünen, Horst Thelen. Wichtiger sei aber, dass jetzt an den Schulen gebaut werde. Unter den größeren Parteien bleibt einzig die Linke bei ihrem strikten „Nein“ zu ÖPP. Die Stadt habe versäumt, ihre Gebäudewirtschaft rechtzeitig besser auszustatten, so Ratsmitglied Heiner Kockerbeck. Studien hätten nachgewiesen, dass ÖPP gar nicht preiswerter sei als das Bauen in...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta