Hofreiter sieht bei Verkehr und Agrar "tiefe Schluchten" zwischen Jamaika-Parteien

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sieht bei den Themen Verkehr und Landwirtschaft "noch tiefe Schluchten" zwischen den Jamaika-Parteien. "Ob es gelingt, diese mit tragfähigen Brücken zu überwinden, bleibt offen."

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sieht bei den Themen Verkehr und Landwirtschaft "noch tiefe Schluchten" zwischen den Jamaika-Parteien. "Ob es gelingt, diese mit tragfähigen Brücken zu überwinden, bleibt offen", sagte Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Das Ziel der Grünen bleibe "eine Landwirtschaft ohne millionenfaches Tierleid, ohne Vergiftung von Wasser und Böden, ohne dramatische Auswirkungen auf die Artenvielfalt".

Seine Partei wolle zudem eine "Verkehrswende, die auf emissionsfreie Mobilität und die Verringerung von Umwelt- und Lärmbelastung setzt", fügte Hofreiter hinzu. Nötig sei eine Umschichtung der Agrarförderung sowie ein Rahmen, der den Weg weg vom fossilen Verbrennungsmotor weise. "Daran werden wir die Möglichkeiten eines tragfähigen gemeinsamen Regierungsarbeit messen."

"Wir sagen, wir brauchen eine Verkehrswende hin zu einer emissionsfreien Mobilität und wir brauchen eine andere Landwirtschaft", sagte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner dem Bayerischen Rundfunk. Die bestehende Landwirtschaft sei weder gut für die Bauern noch für die Verbraucher, "und sie ist schlecht für Umwelt und Natur".

Bei den Sondierungsgesprächen über eine Jamaika-Koalition erreichten CDU, CSU, FDP und Grüne bei den Themen Landwirtschaft und Verkehr am Mittwoch keine Einigung. Die Punkte sollen in der Runde am Donnerstag erneut aufgerufen werden.

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Parteien auch bei dem Thema Landwirtschaft einigen können. Sie glaube nicht, dass es unüberbrückbare Hürden gebe, aber "wir müssen das ausloten", sagte Klöckner dem SWR. In vielen Punkten gebe es bereits eine Einigung.

Allen sei klar, dass in Deutschland regional produziert werden solle. Es solle keine bürokratischen Hürden geben, die Agrarforschung solle gestärkt und auch das Thema Tierwohl solle vorangebracht werden. Schwierigkeiten gebe es beim Thema Landwirtschaft vor allem mit den Grünen, sagte Klöckner.

Die Grünen wollten einseitig ökologische Landwirtschaft fördern, das würde nicht funktionieren. "Wir müssen schon eine gute und wohlwollende Koexistenz haben." Auch müssten die Grünen sagen, wie sich die Landwirte schützen könnten, wenn die Partei morgen die Pflanzenschutzmittel verbieten würde.