Darum wird Hoeneß für Bayern "angst und bange"

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Darum wird Hoeneß für Bayern "angst und bange"
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Darum wird Hoeneß für Bayern "angst und bange"

Uli Hoeneß war im EM Doppelpass in Redelaune - und natürlich ging es auch um seinen FC Bayern.

"Der FC Bayern hat meines Wissens letztes Jahr die CL gewonnen unter ähnlichen Bedingungen", war einer der ersten Sätze, die der Ehrenpräsident der Münchner zu seinem Klub verlor. Damit spielte er auf die Situation im Fußball rund um die Corona-Pandemie an. Mit Blick auf den Transfermarkt war es um seine gute Laune aber schnell geschehen.

"Ich dachte, dass die großen Transfers dieses Jahr ausbleiben. Aber wenn ich sehe, was PSG so ausgibt, wird mir angst und bange", verriet Hoeneß: "Und jetzt will Chelsea auch noch 175 Millionen für Haaland ausgeben. Wir müssen uns warm anziehen."

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PSG hat bisher Achraf Hakimi für etwa 60 Millionen Euro und den zuvor bereits ausgeliehenen Danilo Pereira für 16 Millionen verpflichtet und dazu Sergio Ramos und Georginio Wijnaldum ablösefrei unter Vertrag genommen. Auch Gianluigi Donnarumma, der als bester Spieler der EM ausgezeichnet wurde, soll ablösefrei kommen.

Hoeneß sieht "Neubeginn" beim FC Bayern

Bei den Bayern werden die ganz großen Transfers aufgrund der schwierigen Verhältnisse ausbleiben. Darin sieht Hoeneß auch eine Chance: "Bei uns ist eine Art Aufbruchsstimmung. Das wirtschaftliche Ergebnis wird dieses Jahr ganz schlecht sein. Aber das gibt die Chance, dass da ein Team zusammenwächst. Ich spüre beim FC Bayern einen Neubeginn."

Ein Grund für die Zuversicht des 69-Jährigen ist auch der neue Trainer Julian Nagelsmann. "Was ich bislang von Julian gesehen habe, da habe ich das Gefühl, dass es richtig gut wird", sagte Hoeneß: "Er hat auch für die wirtschaftlichen Hintergründe absolutes Verständnis. Wir hatten mal Lust, etwas Neues zu entwickeln. Durch den Abgang von Löw hat sich für Flick was Neues ergeben. Dann hatten wir das Glück, dass wir Julian bekommen haben."

Im EM Doppelpass machte Hoeneß auch klar, dass nicht alle Meldungen bezüglich der Ablösesumme für Nagelsmann der Wahrheit entsprechen: "Es ist nicht ganz so, wie es in die Medien dargestellt wird. 25 Millionen zahlt der FC Bayern am Ende nicht."

"Schwierige Gespräche" mit Coman, Goretzka und Süle

In den Zeiten der Corona-Krise hält Hoeneß eine abwartende Taktik für die richtige: "Wir haben beschlossen, dieses Jahr erst mal zu analysieren in der Pandemie. Wenn man alles weiß, kann man handeln. Wir könnten auch einen russischen oder arabischen Investor haben. Aber wollen das die Fans? Nein."

Aus sportlicher Sicht dürfte den Bayern-Fans vor allem am Herzen liegen, dass die Verträge mit Leon Goretzka, Kingsley Coman und Niklas Süle verlängert werden. Hoeneß sprach dabei von "schwierigen Gesprächen", versicherte aber: "Wir sind dran."

Hoeneß sieht keinen Transfer-Bedarf

Im EM Doppelpass machte der langjährige Präsident der Bayern klar, dass der deutsche Rekordmeister aus dem Fall David Alaba lernen müsse. Die Vertragsgespräche scheiterten mit dem Österreicher, der daher ablösefrei zu Real Madrid wechselte.

"Wir müssen aus diesen Situationen Konsequenzen ziehen. Sonst ist es wie bei Barcelona, wo alles an Messi angepasst wird. Und was ist das Ergebnis? 1,3 Milliarden Schulden", forderte Hoeneß.

Derzeit sieht er den Kader der Münchner gut aufgestellt. Bei der Knöchel-Verletzung von Alphonso Davies solle die Fußball-Szene nicht so tun "als würde die Welt untergehen", auch bei Lucas Hernández macht er sich trotz der Knie-OP keine Sorgen.

Mögliche Neuzugänge sieht Hoeneß nicht als Notwendigkeit an. Auch hier wird er gewohnt deutlich: "Diese Transfermarkt-Sachen gehen mir so auf den Sack. Weil die Journalisten immer mit dem Berater sprechen und dann was schreiben können. Am Ende ist es den Fans egal, ob wir Spieler holen, wenn wir wieder Deutscher Meister werden."

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