Hoeneß deutlich: "Barcelona Fall für den Insolvenzrichter"

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Hoeneß deutlich: "Barcelona Fall für den Insolvenzrichter"
Hoeneß deutlich: "Barcelona Fall für den Insolvenzrichter"
Hoeneß deutlich: "Barcelona Fall für den Insolvenzrichter"

Uli Hoeneß sieht den FC Barcelona längst nicht mehr als Richtschnur im internationalen Fußball.

„Barcelona ist eigentlich pleite. Wenn Barcelona in Deutschland wäre, wäre das ein Fall für den Insolvenzrichter. Barcelona ist für uns überhaupt kein Vorbild mehr“, sagte der Bayern-Ehrenpräsident bei Bayern1 angesichts der gravierenden finanziellen Probleme der Katalanen.

Der Auftaktgegner des Rekordmeisters in der Champions League am Dienstag ist mit 1,35 Milliarden Euro verschuldet. (Champions League: FC Barcelona - FC Bayern, Di. ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Traumklub Barca? Das sagte Hoeneß zu Alaba

„David Alaba hat mir mal erzählt: ‚Mein Traum ist es immer noch, mal in Barcelona zu spielen.‘ Dann habe ich zu ihm gesagt: ‚Willst du da mit dem Präsidenten oder mit dem Insolvenzverwalter verhandeln?‘“, berichtete Hoeneß.

Der langjährige Bayern-Macher sieht seine Münchner im Estadio Camp Nou als „Favorit, weil Barcelona aufgrund der Spielerverkäufe und der wirtschaftlichen Probleme nicht in Bestform sein kann“, warnte jedoch: „Aber das ist auch die Gefahr.“ Barca musste wegen des tiefen Lochs in der Kasse unter anderem Weltstar Lionel Messi (Paris St. Germain) abgeben.

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Selbst nach Barcelona fliegen wird Hoeneß indes nicht. „Sobald sich die Inzidenz international verbessert, werde ich die Mannschaft auch dort wieder unterstützen.“

Bayerns Festgeldkonto leidet

Und auch in der Bundesliga wird man den 69-Jährigen nicht immer auf der Tribüne sehen. Zwar wird er sich alle Heimspiele in der Allianz Arena anschauen, an den Auswärtsfahrten wird er jedoch nur noch selten teilnehmen. „Da habe ich Verpflichtungen meinen Enkelkindern, meiner Tochter, meinem Sohn, meiner Frau gegenüber. Aber wenn jetzt Bayern in Dortmund spielt und es um viel geht, fliege ich spontan mit“, so Hoeneß weiter.

Im Interview hat der Ehrenpräsident des Rekordmeisters auch zum berüchtigten Festgeldkonto Stellung bezogen. Dieses hat vor allem unter der Corona-Pandemie und den fehlenden Fans im Stadion arg gelitten.

„Ohne Zuschauer haben wir jährlich 80 bis 100 Millionen Euro verloren. Die haben dazu geführt, dass unser Festgeldkonto, das mal richtig dick war, abgeschmolzen ist. Es ist noch da - aber wenn das noch lange so geht, wird es irgendwann schwierig“, ist er sich sicher.

Hoeneß leidet nach Flugzeugabsturz

Auch zu seinem persönlichen Wohlbefinden hat sich Hoeneß geäußert und verraten, dass in Sachen Gesundheit nicht alles rund läuft. „Ich bin momentan angeschlagen, habe Nachwirkungen von meinem Flugzeugabsturz an der Halswirbelsäule.“ Zur Erinnerung: Im Februar 1982 überlebte er als einziger von vier Passagieren den Absturz eines Propellerflugzeuges nahe Hannover.

„Ich hoffe nicht, dass ich da operiert werden muss. Ich merke seit langer, langer Zeit mal wieder, dass die Gesundheit das Wichtigste ist.“

Die kurioseste Vertragsverlängerung

Neben vielen ernsten Themen gab Hoeneß auch noch die wohl kurioseste Vertragsverlängerung der Bayern-Geschichte zum Besten.

„Eine verrückte Geschichte: Wir haben mal in Freiburg gespielt. Da haben wir im Bus Schafkopf gespielt, mit Jens Jeremies, der Hasan (Salihamidzic; Anm. d. Red.) auch. Hinter uns saß der Thomas Linke. Ihm wollten wir keinen Vertrag mehr geben. Dann hat der Jens gesagt: ‚Manager, wir haben ein Problem! Was ist mit dem Thomas? Der kann doch seinen Vertrag verlängern.‘ Nein, die Entscheidung war getroffen. Dann der Nächste: „Manager,…' Dann habe ich gesagt: ‚Komm, wir machen einen Deal: Wenn wir mit drei Toren Unterschied in Freiburg gewinnen, kriegt der Linke einen neuen Vertrag.‘ Wir haben 7:0 gewonnen und der Linke hat seinen neuen Vertrag bekommen.“

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)




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