Hoeneß will "keine Verhältnisse" wie beim BVB

Kerry Hau, Stefan Kumberger
Uli Hoeneß ist seit November 2016 wieder der Präsident des FC Bayern

Die Fälle Robert Lewandowski und Thomas Müller halten den FC Bayern in Atem. 

Jetzt hat sich auch der Präsident des Rekordmeisters, Uli Hoeneß, nach den kritischen Worten seiner Stars zu Wort gemeldet - und sie in Schutz genommen.

"Wir leben in einer Demokratie, in der jeder seinem Ärger auch mal Luft machen kann", sagte Hoeneß bei einer Gesprächsrunde zum Start der BBL-Saison am Münchner Flughafen.


Während Lewandowski im Spiegel über die Transferpolitik seines Klubs geklagt hatte, hatte sich Müller nach dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen über seine Reservistenrolle unter Trainer Carlo Ancelotti beschwert.

Anders als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der das Offensiv-Duo in der Bild zurechtwies, reagierte Hoeneß locker.

SPORT1 hat die Aussagen des Bayern-Präsidenten im Einzelnen:

...zur Kritik von Lewandowski an der Transferpolitik: "Ich habe den ganzen Artikel gelesen und ihn als gar nicht so schlimm empfunden. Ich finde es immer gut, wenn ein Spieler sich Gedanken und Sorgen macht um seinen Verein. Das spricht für ihn. Aber noch wichtiger wäre, wenn er sich darum kümmert, was ihm eigentlich wichtiger sein müsste: seine Leistung. Und wenn die besser ist, dann werden wir auch unsere Ziele erreichen."


...zum Interview von Rummenigge: "Gegen Robert Lewandowski habe ich keine große Kritik gesehen. Eher gegen den Berater. Ich fand, das haben die Aussagen von Karl-Heinz ziemlich ausgewogen."

...zu Problemen mit Lewandowskis Berater: "Eines muss klar sein: Solche Verhältnisse wie in Dortmund, dass man ein halbes Jahr über einen Ausstieg diskutiert, wollen wir hier nicht haben. Und deswegen sind die gut beraten, sich auf das zu konzentrieren, was im Vertrag steht. Nämlich, dass er bei uns unter Vertrag steht."

...zur wachsenden Macht der Berater: "Das war keine Kritik an Dortmund, sondern eine Feststellung. Wir Vereine müssen alle aufpassen, dass nicht die Spieler und die Berater die Macht in den Vereinen übernehmen, sondern dass die Verantwortlichen in den Vereinen immer noch das Sagen haben. Und die Spieler und auch ihre Berater müssen auch ihren Job tun. Die Spieler sind in erster Linie dafür, gut zu trainieren, gut zu spielen und die Leute zu begeistern. Wir sind dafür da, das ganze Gefüge zusammenzuhalten, das Geld aufzutreiben und sie ordentlich zu bezahlen. Und dazu gehört zwischendurch auch mal eine Reise nach China."


...zur Kritik von Müller an seiner Rolle unter Ancelotti: "Ich fand die Worte, die er gewählt hat, alle noch im Rahmen. Da gab es nicht einmal einen Ansatz für eine Strafe. Wir haben gestandene Männer, die bei uns auch mal was sagen dürfen. Mir gefällt es sowieso nicht, dass man bei uns jedes Wort auf die Goldwaage legt - auch intern. Und deswegen müssen wir da wieder ein bisschen lockerer werden."

...zu den Aussagen von Paul Breitner im CHECK24 Doppelpass, der FCB habe unter Ancelotti einen Rückschritt gemacht: "Das ist dem Paul Breitner überlassen. Er kann sagen, was er will, denn er hat keine Funktion beim FC Bayern. Wir besprechen alles intern, müssen unsere Probleme selbst lösen. Dass wir nicht so gut spielen, wissen wir selbst. Ich muss ehrlich sagen, nach drei Spielen mit sechs Punkten sehe ich keine Alarmglocken. Aber dass wir besser spielen müssen, wissen wir selbst."


...zur 0:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim: "Das eigentliche Problem ist nicht das Interview von Robert Lewandowski, sondern dass wir in Hoffenheim sehr sehr schwach gespielt und verloren haben. Das beschäftigt mich. Das Wochenende war alles andere als angenehm, weil ich mich wahnsinnig geärgert habe. Wir müssen schnell wieder das spielen, was wir können."

...zu Sportdirektor Hasan Salihamidzic: "Hasan macht einen ausgezeichneten Job, auch wenn er dem einen oder anderen Journalisten nicht genug sagt. Sein Job ist nicht der Pressesprecher. Wenn Sie glauben, dass Hasan ruhig ist, kennen Sie ihn nicht. Jetzt die großen Töne zu spucken, wäre falsch."