Hoeneß: Darum holte Bayern Draxler nicht

Uli Hoeneß sprach über mögliche Transfers von Neymar und Julian Draxler

Uli Hoeneß vom FC Bayern München hat sich im Transfer-Wahnsinn zu Wort gemeldet und die Ablösesumme für Neymar kritisiert.

"Wir sind an einem Punkt, wo wir verdammt aufpassen müssen. Denn irgendwann hat der Zuschauer dann doch mal die Schnauze voll", sagte Hoeneß der Sport Bild. Kein Spieler der Welt sei 100 Millionen Euro wert - auch Neymar nicht: "Meines Wissens ist er durch seine neue Ablösesumme nicht besser geworden."

Im Jahr 2013 hatte auch Pep Guardiola bei den Bayern auf eine Verpflichtung von Neymar gehofft. Hoeneß erklärte nun, warum der Transfer nicht zustande kam.

Neymar brachte "Rattenschwanz an Problemen"

"Wir haben damals schnell gemerkt, wie schwierig sich die Verpflichtung von Neymar darstellen würde", so der Bayern-Präsident: "Dabei ging es ja nicht allein um die Ablöse, sondern um die vielen anderen Geldsummen, die an den Klubs vorbeifließen sollten. So etwas machen wir nicht, basta."

Im Nachhinein sei man darin bestätigt worden, "was für einen Rattenschwanz an Problemen dieser Transfer nach sich zog".

Stattdessen holte der FCB Mario Götze. "Wir waren damals der Meinung, dass Götze ein Spieler wäre, der von der Klasse her in die Nähe eines Neymar kommen könnte", sagte Hoeneß, der ihm diesen Schritt offenbar nicht mehr zutraut: "Lange Zeit hat es ja auch so ausgesehen."

Draxler kommt nicht - wegen Müller

Durch den jüngsten Neymar-Deal wurde Julian Draxler bei Paris Saint-Germain vermeintlich entbehrlich – und auch die Bayern horchten auf: "Dass Draxler ein Spieler ist, der dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen würde, steht außer Frage."


Hoeneß ergänzte, warum er offenbar trotzdem kaum ein Thema war. Wenn man einen solchen Transfer anstreben würde, "käme wie schon bei der Verpflichtung von James gleich wieder die nächste Frage auf: Was ist mit Thomas Müller? Ich habe jetzt schon Bauchschmerzen, wenn alle Spieler mal wieder fit sein sollten. Aber wir wollen keinen unserer Spieler abgeben."

Lahm hatte Angebot wie Salihamidzic

Bei Ousmane Dembele sei Borussia Dortmund einfach schneller gewesen. "Da müssen wir Dortmund zugestehen, dass sie früher an den richtigen Leuten dran waren", sagte Hoeneß. Bayerns einstiger Technischer Direktor Michael Reschke habe sich damals an den falschen Berater gewendet.

Hoeneß erklärte zudem die Verpflichtung von Sportdirektor Hasan Salihamidzic. "Der FC Bayern hat in Zukunft nur eine Chance, wenn er seinen Weg geht. Es passt zu uns, dass ein Salihamidzic oder ein Sagnol nun wieder an Bord sind", so Hoeneß.

Aus diesem Grund habe man auch Philipp Lahm ein Angebot vorgelegt, das er eben am Ende abgelehnt hat. Hoeneß: "Übrigens dasselbe Angebot, das Hasan angenommen hat."