Hochspannung bei Uniper: „Heuschrecke“ Singer greift ein

Maximilian Völkl
1 / 2
RWE: Übernahmen im Visier – Kohle-Ausstieg als Chance

Der Übernahmepoker um Uniper spitzt sich zu. Der berüchtigte Hedgefonds-Manager Paul Singer steigt mit seinem Investment-Vehikel Elliott laut Manager-Magazin beim Versorger ein. Bislang galt die Übernahme durch Fortum als sicher. Nun müssen sich die Finnen aber wohl zusätzlich mit Elliott auseinandersetzen.

Fortum hat ein öffentliches Übernahmeangebot über 22 Euro je Uniper-Aktie abgegeben. Dank des Großaktionärs E.on haben sich die Finnen bereits die Zusage für einen Anteil von 46,65 Prozent gesichert. Das Uniper-Management versucht allerdings nach wie vor, die Übernahme zu verhindern. Inzwischen ist auch der Aktienkurs des MDAX-Konzerns auf über 25 Euro geklettert. E.on dürfte trotzdem am Deal festhalten. Mit Fortum wurde eine hohe Strafzahlung vereinbart, falls die Aktien nicht angedient werden. Frühestens bei Kursen um 26,50 Euro könnte E.on ins Grübeln geraten.

Singer mischt sich oft in Übernahmen am Aktienmarkt ein. Das Ziel: Der Preis soll hochgetrieben werden, um kurzfristig Gewinne einstreichen zu können. In Deutschland ist dies zuletzt unter anderem beim Arzneimittelhersteller Stada gelungen. Es bleibt aber fraglich, ob Fortum sich von Singer unter Druck setzen lässt. „Dies ist unser bestes und letztes Angebot“, erklärte Fortum-Chef Pekka Lundmark bereits vor dem Elliott-Einstieg. Zudem dürfte es den Finnen schwer fallen, eine vollständige Übernahme von Uniper zu finanzieren.

Es bleibt spannend

Der Singer-Einstieg beflügelt den Uniper-Kurs. Jetzt wird sich zeigen, welche Pläne Fortum wirklich hatte. Ein möglicher Verkauf der konventionellen Kraftwerke an RWE könnte beispielsweise problematischer werden. Eine klassische Squeeze-Out-Spekulation dürfte sich bei Uniper jedoch nicht ergeben. Die Aktie bleibt deshalb nur etwas für spekulative Trader. Wer langfristig in die Versorgerbranche investieren will, sollte dagegen weiter die Mutter E.on vorziehen.