Hochschulverband für Corona-Bonus bei schlechterem Abiturschnitt

Verwaister Klassenraum

Der Deutsche Hochschulverband hat einen Corona-Bonus für den Fall gefordert, dass das diesjährige Abitur im Gesamtschnitt deutlich schlechter ausfallen sollte als in den vergangenen Jahren. Für den Abiturjahrgang 2020 dürfe durch die Krise kein Nachteil entstehen, sagte Verbandspräsident Bernhard Kempen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Die besonderen Bedingungen, unter denen das Abitur in diesem Jahr stattfinde, seien zu berücksichtigen.

"Corona darf nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten", sagte Kempen. Sollten beispielsweise die Abiturnoten 2020 im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein als in den Vorjahren, müsse es einen "Nachteilsausgleich" geben: "Alles andere wäre ungerecht." Zum Ausgleich müssten laut Kempen die Abiturzeugnisse nicht geändert werden. Denkbar sei es, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen einen "angemessenen Bonus" gewährten.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Ressortchefin Stefanie Hubig (SPD), wandte sich gegen das Anheben von Abiturnoten bei einem schlechten Schnitt. "Ich halte das nicht für den richtigen Weg", sagte sie den Sendern RTL und ntv. Sie verwies darauf, dass die Schulen stattdessen bei den Prüfungen selbst ansetzten.

Es dürfe kein Stoff abgefragt werden, der ursprünglich für die Zeit vorgesehen war, in der nur noch Fernunterricht stattfand, sagte Hubig. "Das heißt: Lieber die Aufgaben anpassen, dann aber regulär benoten." Sie gehe auch gar nicht von schlechteren Noten aus, "weil die Arbeiten ja angepasst sind".