Hochhäuser: Sanierungsstau löst sich auf

GAG feiert mit Bewohnern Jahrestag der Übernahme - Ehemals zwangsverwaltet

"Wir feiern heute nicht nur ein Sommerfest, sondern in erster Linie Geburtstag: Vor genau 365 Tagen haben wir die Häuser hier übernommen", sagte GAG-Vorstandschef Uwe Eichner vor den rund 200 Gästen auf dem Platz an der Stockholmer Allee. "Wir sind sehr froh, hier zu sein - und zuversichtlich, dass es uns mit Ihnen gelingt, Chorweiler auf Vordermann zu bringen", prophezeite er unter Applaus.

Exakt ein Jahr ist es her, dass die städtische Immobilienfirma den Notarvertrag zum Kauf der rund 1200 Hochhaus-Wohnungen an Stockholmer Allee, Osloer, Göteborg- und Florenzer Straße unterschrieb. Die Vor-Eigentümerin der 1973 erbauten Objekte wurde 2005 insolvent. Fortan ließ die NRW-Bank die Objekte zwangsverwalten; nur das Nötigste konnte in jener Zeit repariert werden. Für 47 Millionen Euro kaufte die GAG letztlich die Häuser und löste damit Altschulden der Vorbesitzer ab. Weitere 35 Millionen Euro investiert sie in die Sanierung. Hierfür erhält sie über einen Betrauungsvertrag 32 Millionen Euro von der Stadt, über zehn Jahre verteilt.

Zum Jahrestag gab die GAG nun, wie schon beim Winterfest im Dezember, einen aus: Die Nachbarn erwartete ein schöner Nachmittag. Neben dem Chor der Kita Willi-Suth-Allee riss auf der Bühne auch die Orient-Kindertanzgruppe die Zuschauer mit. Es wurde gekickert und gemalt, der Nippeser Spielezirkus gastierte nebenan und Kinder bemalten mit der "Chorweiler Art"-Gruppe eine Betonbrüstung an der Ecke Kopenhagener Straße mit Tierfiguren. "In der Wohnung dahinter entsteht bald ein Nachbarschaftszentrum", erläuterte GAG-Mitarbeiterin Sabine Klein.

Laut Pressesprecher Jörg Fleischer habe man zuerst in den Objekten Sicherheitsmängel behoben, defekte Lifte repariert sowie Außenanlagen gepflegt. Noch in diesem Jahr fange man an, in den Wohnungen zu sanieren. "Der Zustand der Häuser war unerfreulich, wenn auch keines besonders negativ herausragte", bilanziert er. Es gelte nun vor allem, das Veedel zu reaktivieren. "Nach zehn, elf Jahren unter Zwangsverwaltung hat sich ein Stück Resignation breit gemacht. Wir müssen die Leute erstmal überzeugen, dass wirklich etwas geschieht."

Seit Jahresanfang ist das Kundenzentrum an der Florenzer Straße 82 bezogen; die Durchgänge von der Stockholmer Allee zur Osloer und Kopenhagener Straße haben Jungkünstler um "Northside"-Leiter Puya Bagheri mit witzigen Wandbildern versehen. Neu ist auch die Schuldnerberatung mittwochs von 9 bis 12 Uhr in der "Kulturbrücke" am Athener Ring; am 21. September startet ein wöchentlicher Jugend-Fußballtreff auf dem Bolzplatz Merianstraße 11, von 16 bis 18 Uhr.

Auch Bewohnerin Nadine Behr, seit 2009 an der Stockholmer Allee, bestätigt Fortschritte. "Unser Müllraum ist neu und die GAG kümmert sich um die Kinder. Wir freuen uns auf Verbesserungen, wenn auch nicht alles auf einmal gehen kann." Chorweiler selbst gefalle ihr sehr; man sei mobil, könne gut einkaufen, und viele Parks und Seen lägen in der Nähe....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta