HNA-Töchter setzen Handel ihrer Aktien aus


Hainan Airlines, das Kronjuwel des chinesischen Mischkonzerns und Großaktionär bei der Deutschen Bank, hat am Mittwoch den Wertpapier-Handel an der Börse in Shanghai eingestellt, mit der Begründung, dass eine baldige „Restrukturierung der wichtigsten Anlagen“ anstehe. Das Gesamtvermögen des Unternehmens betrug laut dem zuletzt veröffentlichten dritten Quartalsbericht von 2017 circa 30 Milliarden US-Dollar.

Am Freitag wurde auch der Handel mit Aktien der Tianjin Tianhai Investment Corp. ausgesetzt, die unter anderem im Besitz der Technologiefirma Ingram Micro Inc sind. In der Notiz für die Börse heißt es, dass die Firma gerade „wichtige Angelegenheiten mit den relevanten Parteien verifiziere“. Man werde diesen Prozess vermutlich bis nächsten Montag abschließen und dann auch die Ergebnisse verkünden können. Laut Quartalsbericht beträgt Tianjin Tianhai Investments Gesamtvermögen circa 18 Milliarden US-Dollar.


Der chinesische Konzern sieht sich immer größerem Druck von sowohl staatlicher wie auch finanzieller Seite ausgesetzt: Im Sommer kritisierte die chinesische Regierung heimische Unternehmen für ihre Einkaufstouren im Ausland und nannte unter anderem auch die schuldenfinanzierten Akquisen HNAs als Negativbeispiel. Der Mischkonzern hatte in den vorherigen drei Jahren Anlagen im Wert von etwa 40 Milliarden US-Dollar außerhalb Chinas aufgekauft. Zum Jahresende 2017 gab es immer mehr Meldungen über HNAs Liquiditätsengpässe, ausstehende Rückzahlungen und eingefrorene Kreditlinien.

Experten glauben, dass bei einer Verschlimmerung der Finanzlage der chinesische Staat HNA mit einer Rettungsaktion zur Seite stehen wird, in dem er dem Unternehmen zum Beispiel eine Tochterfirma oder eine Anlage abkaufe.