Hitzewelle: Gelbe Wiesen und Staubwolken in den Kölner Grünanlagen

Nur wenige Beete in den Kölner Parks werden bewässert.

Wer in diesen Tagen in Köln mit dem Fahrrad durch einen Park fährt, hinterlässt dabei meist eine große Wolke. Die Schotterwege sind im wahrsten Sinne des Wortes staubtrocken, weil es seit Wochen nicht mehr stark geregnet hat.

„Das ist bei großer Hitze dann halt so“, sagt Peter Bauer, der stellvertretende Leiter des Grünflächenamts. „Die Alternative zum natürlichen Schotter sind asphaltierte Wege, aber dann hat man einen versiegelten Boden.“ Und der ist schlecht für den Wasserhaushalt, da das Regenwasser nicht in der Erde versickern kann.

Gegossen wird in Köln trotzdem nicht alles. „Das Grünflächenamt bewässert in Köln nur die Flora, den Rheinpark, den Rosengarten im Fort X und die Blumenbeete mit Zierpflanzen an der Deutzer Brücke und im Dom-Umfeld“, so Bauer. „In diesen Anlagen sind sehr empfindliche Pflanzen. Neulich hatten wir 14 Stunden Sonnenschein, da muss man sehr viel gießen.“

Bäume können besser auf die Hitze reagieren

Bei 2800 Hektar Park und 4000 Hektar Wald in Köln sei es aber unmöglich, alle Grünanlagen zu bewässern. „Und in der Regel ist das auch gar nicht nötig. Die rheinische Ebene hat viel Löss, und der hält das Wasser gut. Da können sich die Bäume mit den Wurzeln genug Wasser aus dem Boden ziehen“, erklärt Bauer.

Außerdem können Bäume und andere Pflanzen auf die Hitze reagieren: Sie sind – anders als Menschen – in der Lage, ihre Transpiration zu regulieren. Wenn es sehr heiß ist, wird weniger Feuchtigkeit über die Blätter abgegeben. „Natürlich funktioniert das nicht beliebig lang, schließlich transportiert die Feuchtigkeit die Nährstoffe von den Wurzeln zu den Blättern“, so Bauer.

Neue Baumarten aus dem Mittelmeer in Köln

Ein Grün, dem man die Hitze schon nach kurzer Zeit ansieht, ist der Rasen. In vielen Parks ist er bereits braun verfärbt, weil er ausgetrocknet ist. Dabei hat der Sommer gerade erst angefangen. „Das macht gar nichts, der erholt sich und wird wieder grün nach ein bis zwei Regentagen“, sagt Peter Bauer. „Entweder treiben die Halme neu aus, oder es wachsen neue Gräser, weil noch Samen auf der Wiese liegen.“

Weil das Klima heißer und trockener wird, vor allem in den Städten, werden in Köln testweise neue Baumarten aus dem Mittelmeerraum gepflanzt. „Große, alte Bäume wie die Platanen auf dem Neumarkt sind so gut wie gar nicht gefährdet, weil ihre Wurzeln sehr tief gehen. Aber andere Stadtbäume sind schon existenziell bedroht durch die Hitze. Sie sterben nicht sofort, aber treiben vielleicht im nächsten Jahr nicht mehr aus und sterben langsam“, so Bauer.

Das Erdreich in den Städten ist generell trockener

Denn Bäume in der Stadt sind extremen Bedingungen ausgesetzt. Viele durch Asphalt versiegelte Flächen sorgen dafür, dass das Regenwasser direkt in die Gullys fließt, anstatt im Erdboden zu versickern und sie feucht zu halten, das Erdreich in Städten ist deswegen trockener. Bäume, die in Häuserschluchten stehen, kriegen außerdem mehr Hitze durch die reflektierenden Fenster ab.

„Die Silberlinde ist ein guter Kandidat für einen Stadtbaum. Durch die silbernen Härchen wird die Hitze reflektiert, und die Härchen bilden ein Isolierpolster“, so Bauer. „Bei der Auswahl der Bäume spielen aber auch Faktoren wie Verkehrssicherheit und ob Lkw darunter durchfahren können eine Rolle.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta