Hitze zwingt konservativen Cricketclub zu Zugeständnissen beim Dresscode

Mitglieder des Marylebone Cricket Club in London - hier mit dem britischen Prinzgemahl Philip - müssen laut Vereinsordnung Jacketts zu Hemd und Krawatte tragen

Angesichts der auch in Großbritannien herrschenden Hitze hat sich der renommierte Marylebone Cricket Club (MCC) zu einem seltenen Zugeständnis an seine männlichen Mitglieder durchgerungen: Sie durften einem Spiel im traditionsreichen Londoner Stadion Lord's Cricket Ground beiwohnen, ohne ein Jackett zu tragen. "Wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen hat der MCC entschieden auf die Vorgabe zu verzichten, dass Männer im Clubhaus und bei ihrer Ankunft Jacketts tragen müssen", hieß es in einem Tweet des offiziellen Stadion-Nutzerkontos am Donnerstag.

Der MCC, Eigentümer des legendären Stadions und als Dachverband auch Wächter über die Cricket-Spielregeln, pocht normalerweise auf die Einhaltung eines strengen Dresscodes. Frauen müssen laut Vereinsordnung Kleider, Röcke, Hosen (die kurz unter dem Knie enden dürfen) oder Hosenröcke anziehen. Männer müssen Straßenanzüge oder ein Jackett und lange Hosen sowie ein Hemd und Krawatte tragen.

Doch selbst der altehrwürdige Verein konnte sich nicht gegen eine Lockerung der Regeln wehren, als am Donnerstag die Temperaturen in London 34 Grad Celsius erreichten. Die Mitglieder, zu erkennen an ihren rot-gold-gestreiften Krawatten, wussten die Ausnahme bei einem Spiel am Donnerstagabend zu schätzen.