Hitachi: Das Siemens Japans - zurück auf der Überholspur

Maximilian Völkl
1 / 2
Siemens: Der große Hoffnungsträger

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe ist als Sieger aus den Neuwahlen hervorgegangen. Die „Abenomics“ dürften somit weitergehen. Da auch die Bank of Japan mitspielt und massenhaft Anleihen und börsengehandelte Indexfonds kauft, hat sich der Boom an den Aktienmärkten seitdem noch einmal beschleunigt.

Profitieren will davon der japanische Technik-Riese Hitachi, der sich auf einer Stufe mit den großen Industriekonzernen Siemens und General Electric sieht. Im vergangenen Jahrzehnt war Hitachi zwar tief in die roten Zahlen gerutscht. Durch einen radikalen Umbau unter Konzernchef Toshiaki Higashihara hat sich das Blatt aber gewendet. Sorgenkinder wurden abgespalten, ein sinkender Umsatz wurde dafür in Kauf genommen. Der Plan geht auf: Wachsende Margen, ein steigender Reingewinn und der Fokus auf lukrative Zukunftsmärkte sorgen wieder für Freude bei den Aktionären.

Auf den Spuren von Siemens

Künftig will sich Hitachi vor allem beim Internet der Dinge ein großes Stück vom Kuchen abschneiden. Der Vorteil: Durch die starke Position bei der Herstellung von Großrechnern hat der Konzern bereits viel Erfahrung mit der Verarbeitung großer Daten gesammelt. Mit ihrem Wissen haben die Japaner die Big-Data-Plattform Lumada aufgebaut. Ähnlich wie Mindsphere von Siemens oder Predix von GE soll diese künftig in fast allen Bereichen einsetzbar sein und bei der schnellen sowie effizienten Auswertung von Datenmengen aus allen Schritten der Wertschöpfungskette helfen.

Die Integration von Lumada ist zwar eine große Herausforderung. Das Potenzial lässt sich jedoch einfach verdeutlichen: Während Hitachi an Krankenhäuser aktuell nur die medizinischen Geräte verkauft, soll in Zukunft das gesamte Krankenhausmanagement geliefert werden. Dazu müssen die neuen Erkenntnisse aus den ausgewerteten Daten jedoch in die alten Geschäftsbereiche implementiert werden. Das wird aufgrund der hohen Komplexität kein einfaches Unterfangen, bei Erfolg winkt allerdings ein Milliardengeschäft.

Unterschätzter Industrie-Riese

Hitachi ist glänzend positioniert für die Megatrends der neuen Industriewelt. Zudem profitiert der Konzern von der starken Entwicklung der japanischen Wirtschaft. Auch nach der jüngsten Aufwärtsbewegung ist das große Potenzial noch nicht eingepreist. Die im Peergroup-Vergleich günstige Aktie ist ein klarer Kauf.

Dieser Text ist ein Ausschnitt einer ausführlichen Story über den japanischen Aktienmarkt, die in DER AKTIONÄR 46/17 erschienen ist. Mehr über Hitachi und wie auch spekulativere Anleger vom Börsenboom profitieren können, erfahren sie hier.