"Historische Dürre" in Frankreich - örtlich fehlt bereits Trinkwasser

Die Bilder gleichen sich zwischen Rumänien und Portugal. Landwirtschaftliche Flächen sind nach monatelanger Dürre derart ausgetrocknet, dass gar keine Ernte eingefahren werden kann. Auch wenn jetzt noch Regen fiele, käme er zu spät.

Ein auf Sonnenblumen spezialisierter rumänischer Landwirt sagt, man könne nur Zuschauen. Nicht nur der Mais, alles sei vertrocknet. Es werde nicht einmal für ein Viertel der üblichen Ernte reichen. Viele Landwirte würden sehr wenig oder nichts ernten können. Überhaupt nichts, sagt er.

Reisernte in Italien in Gefahr

Auch in der italienischen Po-Ebene muss ein Großteil der Reisernte abgeschrieben werden. Gemäß einer Studie der EU-Kommission sind die Landwirtschaften in Italien, Frankreich, Rumänien, Spanien und Portugal am Schlimmsten dran. Nicht nur wegen der Trockenheit.

Elisa Moretto baut in der Po-Ebene Reis an: "Ich kann den wirtschaftlichen Verlust nicht beziffern, weil zum Beispiel der Preis für die Düngemittel, die wir verwenden, von 40 Euro auf 120 Euro pro Doppelzentner gestiegen ist. Da die Reismenge gering ist, wissen wir noch nicht, wie der endgültige Marktpreis sein wird."

Frankreich: örtlich kein Trinkwasser mehr

Praktisch in ganz Frankreich sind die Pegel von Binnengewässern und Flüssen entweder im Sinkflug oder gar nicht mehr vorhanden. Wetterdienste schließen nicht aus, dass in der kommenden Woche eine vierte Hitzewelle mit Termperaturen bis 40 Grad Celsius bevorstehen könnte.

In fast allen der 96 Festland-Regionen gibt es bereits Trinkwasser-Einschränkungen, auch in touristischen Gebieten. Am Lac de Gérardmer in den Vogesen darf Leitungswasser seit Mittwoch nicht mehr getrunken werden. Weil die vorhandenen Reservoirs leer sind, werden die Leitungen mit ungeklärtem Wasser aus dem Gérardmer-See befüllt.

Léa Poupelin führt am Ufer des Sees eine Snackbar: "Ich mache mir Sorgen, weil uns gesagt wurde, dass es mindestens 48 Stunden sind und wir nicht wissen, wie lange es dauern wird, und deshalb habe ich kein anderes Wasser übrig. Also muss ich es bei Bedarf abkochen und dann kühl stellen. Das ist ein bisschen mehr Vorbereitung, ein bisschen mehr Arbeit, also könnte es ein bisschen komplizierter werden, wenn es länger dauert. "

Die französche Regierungschefin Élisabeth Borne sprach an diesem Freitag von einer Allzeitdürre und will einen Krisenstab einsetzen. Die Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius soll noch mindestens zwei Wochen andauern.

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