Historiker hat eine überraschend simple Erklärung, warum unsere Gesellschaft das Grundeinkommen braucht

John Stanley Hunter
Rutger Bregman

Arme Menschen treffen schlechtere Entscheidungen. Das sagt jedenfalls Rutger Bregman, Journalist und Historiker aus den Niederlanden. Genau deshalb bräuchten wir das Bedingungslose Grundeinkommen, lautet die ungewöhnliche These des 29-Jährigen. 

In seinem neuen Buch „Utopie für Realisten“ fordert der Autor zudem eine 15-Stunden-Woche für Angestellte. „Wenn man sich die Fakten anschaut, wird klar: Arme Menschen erziehen ihre Kinder schlechter, sie ernähren sich schlechter und machen häufiger Schulden“, sagte Bregman im Gespräch mit Business Insider. Seine Lösung: „Gebt den Menschen einfach das Geld.“ Das sei der einfachste Weg, Armut zu bekämpfen.

„Wir sollten weniger arbeiten um mehr machen zu können

Wir sollten weniger arbeiten, um mehr machen zu können.

Das Problem unserer Arbeitswelt sei, dass wir Arbeit darüber definieren, Geld zu verdienen, sagt Bregman. Dabei rücke das eigentlich Wichtige in den Hintergrund: Etwas Wertvolles im Leben zu schaffen. „Was wäre, wenn wir Arbeit darüber definieren würden, statt über Geld?“, fragt er. Um das zu erreichen, sollten wir vielleicht etwas mehr unbezahlte Arbeit leisten und etwas weniger bezahlte. Dazu brauch eine Gesellschaft jedoch das Grundeinkommen. „Wir sollten weniger arbeiten, um mehr machen zu können“, fordert der Niederländer.

Studien zeigen, dass arme, indische Bauern nach der Ernte im Schnitt 14 IQ-Punkte mehr aufwiesen, als vorher. Das habe viel damit zu tun, dass die Bauern den Großteil ihres Jahresgehalts erhalten hatten, und damit ihre kognitive Leistung nicht dafür „verschwenden“ mussten, sich über ihre finanzielle Absicherung Sorgen zu machen. „Für mich bedeutet das: Wenn wir Armut den Kampf ansagen, wird es eine explosionsartige Ausbreitung von Intelligenz, Ehrgeiz und Kreativität geben“, so der Autor.

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