Hilfsorganisation zeigt "vergessene" humanitäre Krisen auf

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Über die angespannte humanitäre Situation in Burundi wurde 2020 nur wenig berichtet (Bild: Reuters/Evrard Ngendakumana)
Über die angespannte humanitäre Situation in Burundi wurde 2020 nur wenig berichtet (Bild: Reuters/Evrard Ngendakumana)

Mehrere humanitäre Krisen, die Millionen von Menschen betreffen, tauchen nur selten in der internationalen Berichterstattung auf. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten jährlichen Analyse der Hilfsorganisation Care hervor.

Für “Suffering in Silence - Zehn humanitäre Krisen, die 2020 keine Schlagzeilen machten” erstellten die Autoren eine Liste von 45 Krisen weltweit, die nach Zahlen von Hilfsorganisationen und der UN jeweils mehr als eine Million Menschen etwa durch Hunger betrafen. Dann werteten die Autoren 1,2 Millionen Online-Artikel auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Spanisch aus.

Schlusslicht wurde demnach das ostafrikanische Land Burundi, das trotz Naturkatastrophen und dem weltweit höchsten Wert an chronischer Unterernährung auf ganze 429 Treffer unter allen 1,2 Millionen Artikeln kam. Es folgte das mittelamerikanische Land Guatemala (542 Treffer), in dem schon vor der Corona-Pandemie 3,3 Millionen der 14,9 Millionen Einwohner humanitäre Hilfe benötigt hätten. Auch die Zentralafrikanische Republik (621 Treffer), die Ukraine (702), Pakistan (1515) oder Papua-Neuguinea (2014 Treffer) gehörten laut der Studie zu den zehn am wenigsten beachteten Krisen-Hotspots.

“Über alle zehn Krisen in diesem Bericht wurde zusammengenommen weniger berichtet als über den Sänger Kanye West und seine Präsidentschaftskandidatur in den USA”, schrieben die Autoren. “Wir hören kaum etwas von den Menschen, die in den zehn Ländern leben, von denen dieser Bericht erzählt.” Die Corona-Pandemie habe die Situation in den humanitären Krisen verschlimmert, zugleich aber vielerorts den Zugang für Journalisten verschlechtert.

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