Hilfsorganisation Sea-Eye rettet 23 Menschen vor Tunesiens Küste

Rettungseinsatz im Mittelmeer

Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat nach eigenen Angaben vor der tunesischen Küste 23 Menschen aus Seenot gerettet. Wie die Organisation mitteilte, entdeckte die Crew der "Seefuchs" die Flüchtlinge am Freitag zufällig in zwei kleinen Holzbooten rund 36 Seemeilen vom Festland entfernt.

Die geretteten Menschen waren ihren eigenen Angaben zufolge vor zwei Tagen vom libyschen Zuwara aus in See gestochen. Sea-Eye erinnerte daran, dass die Crew der "Seefuchs" bereits am 2. September 16 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot rettete. Bei der Behauptung der EU-Grenzschutzagentur Frontex und der europäischen Innenminister, wonach es "keine Flüchtenden mehr im westlichen Mittelmeer" gebe, handele es sich mithin um "Propaganda".

Auch andere private Rettungsorganisationen würden derzeit immer wieder Schiffbrüchige aus Holz- und Schlauchbooten bergen. Sea-Eye-Chef Michael Buschheuer erklärte, noch viel mehr Menschen könnten gerettet werden, "wenn die Seenotrettung nicht durch Waffengewalt von den libyschen Kräften mit Hilfe europäischer Geld- und Waffenlieferungen verhindert" würde.

Sea-Eye hatte den Rettungseinsatz mit den beiden Schiffen "Seefuchs" und "Sea-Eye" Mitte August vorübergehend ausgesetzt, nachdem die von der EU unterstützte libysche Küstenwache eine Sperrzone vor der eigenen Küste angekündigt, Hilfsorganisationen gedroht oder Helfer sogar beschossen hatte.