Hilfsorganisation Sea-Eye nimmt Rettungsmissionen im Mittelmeer wieder auf

Rettungseinsatz im Mittelmeer

Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye will ihre seit rund einem Monat ausgesetzte Rettungsmission im Mittelmeer wieder aufnehmen. Die beiden Schiffe "Sea-Eye" und "Seefuchs" sollten künftig in einem Bereich von 70 bis 90 Seemeilen vor der libyschen Küste eingesetzt werden, teilte die Organisation am Samstag mit.

Sea-Eye hatte die Rettungsmission Mitte August ausgesetzt, nachdem die von der EU unterstützte libysche Küstenwache eine Sperrzone vor der eigenen Küste angekündigt, Hilfsorganisationen gedroht oder Helfer sogar beschossen hatte. Sea-Eye erklärte daraufhin, den Einsatz gegenüber den Crews nicht mehr verantworten zu können.

Der Einsatz erfolge nun in einem Bereich von 70 bis 90 Seemeilen vor der libyschen Küste, "um so der fortdauernden Bedrohung durch die libysche Küstenwache Rechnung zu tragen und die Sicherheit der Crews nicht zu gefährden", hieß es am Samstag.

"Der Deal der europäischen Länder mit der libyschen Küstenwache ist unverantwortlich", erklärte Sea-Eye-Chef Michael Buschheuer. "Sie lassen es zu, einen völkerrechtswidrigen Zustand zu tolerieren". Die Helfer seien es "Menschen in Not schuldig, vor Ort zu bleiben und zu retten, wann immer es nötig" sei.