Die Highlights der Leichtathletik-WM in London

SID
Die Highlights der Leichtathletik-WM in London

Usain Bolt: Der unumschränkte Herrscher der Leichtathletik hält ein letztes Mal Hof: Über 100 m und 4x100 m sollen es die WM-Titel Nummer 12 und 13 werden. Egal, was man über den Jamaikaner denkt, die Lücke nach seinem Rücktritt wird nicht zu schließen sein. Umso spannender ist es, ob er seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit behält. Bolt scheint schlagbar, das wurde aber auch schon in den vergangenen Jahren immer mal wieder behauptet. Und am Ende gewann: Bolt. Immer.
Wayde van Niekerk: Er ist der designierte Nachfolger Bolts. Doch an den Glamour-Faktor des Jamaikaners kommt der südafrikanische 400-m-Weltrekordler nicht heran. Sportlich ist er allerdings nicht weit entfernt: In London peilt van Niekerk bei einer WM das erste Gold-Double aus halber und ganzer Stadionrunde seit Michael Johnson 1995 an. Bereits im März 2016 schrieb er Geschichte: Als erster Läufer hat er seitdem Bestleistungen über 100 m von unter zehn Sekunden, über 200 m von unter 20 Sekunden und über 400 m von unter 44 Sekunden zu Buche stehen.
Mo Farah: Der umjubelte britische Langstreckenstar verabschiedet sich von der Bahn - und wird sich in Zukunft auf die Marathondistanz konzentrieren. Zuvor will er allerdings das fünfte 5000/10.000-m-Double in Serie (nach Olympia 2012/2016 und WM 2013/2015) perfekt machen. Doch das Ansehen des 34-Jährigen hat zumindest in seiner Heimat gelitten: Hartnäckig halten sich Doping-Gerüchte um seinen Trainer Alberto Salazar. Zuletzt verweigerte Farah britischen Zeitungen Interviews, ob auch das Publikum so kritisch sein wird? Eher fraglich.
Thomas Röhler und Johannes Vetter: Das Speerwurf-Duell um WM-Gold - und das sportliche Highlight aus deutscher Sicht. Olympiasieger gegen den deutschen Rekordhalter: Der Wettbewerb verspricht Spannung. Röhler, Vetter und Andreas Hofmann gehen als Nummer eins, zwei und drei der Welt ins Rennen. Sogar ein komplett deutsches Podium ist im Bereich des Möglichen. "Wir hätten nichts dagegen, drei Medaillen zu holen", sagte Röhler. 
Konstanze Klosterhalfen: Unbeschwert geht die größte deutsche Laufhoffnung seit Jahren in ihre erste WM. In diesem Jahr gelang ihr als jüngster Läuferin der Geschichte das Triple, die 800 m unter zwei Minuten (1:59,65), die 1500 m unter vier und die 5000 m (14:51,38) unter 15 Minuten gerannt zu sein. Nun also die große WM-Bühne. Mit namhafter Konkurrenz über die 1500 m: 800-m-Olympiasiegerin Caster Semenya, Weltrekordlerin Genzebe Dibaba, Olympiasiegerin Faith Kipyego. "Ach, natürlich schaue ich ein wenig auf die anderen - ich laufe ja nicht alleine", sagte die 20-Jährige: "Aber vor allem will ich mich auf mich konzentrieren. Und dann schaue ich mal, was geht." Unbeschwert eben.
Robert Harting: Der London-Olympiasieger will es noch einmal wissen. Der 32-Jährige ist zwar kein Top-Favorit mehr, aber dennoch heiß auf eine Überraschung. Harting kehrt dabei an den Ort seines größten Triumphes zurück, vor fünf Jahren gewann er in London Olympia-Gold. "Die Erinnerungen an diesen Abend werden mir psychisch einen großen Vorteil bringen für die WM, das allein macht bestimmt schon einen halben Meter aus", sagte er. Und ein Missgeschick wie in Rio, als er das Licht in seinem Hotelzimmer mit dem Fuß ausmachen wollte und dabei einen Hexenschuss erlitt, wird ihm diesmal nicht passieren.