Nach Highflyer BeiGene: Ist Zai Lab der nächste Biotech-Senkrechtstarter aus China?

Michel Doepke
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Als BeiGene in den USA mit einem erstklassigen Celgene-Deal für Furore sorgte, nutzte Zai Lab, ein anderes chinesisches Biotech-Unternehmen, die Gunst der Stunde, um ein Listing an der US-Tech-Börse Nasdaq vorzunehmen. Ähnlich wie der Konkurrent BeiGene setzt Zai Lab auf das Know-how amerikanischer Biotech-Firmen. Mit Tesaros Hauptprodukt Niraparib (in der Zai-Lab-Pipeline unter ZL-2306 zu finden) soll der chinesische Onkologie-Markt aufgerollt werden. Derzeit durchläuft der sogenannte PARP-Inhibitor die zulassungsrelevante Studie in der Indikation Eierstockkrebs. Und auch die Entwicklung gegen Brust- und Lungenkrebs schreitet voran: Der Start einer Phase-3- beziehungsweise Phase-2-Studie steht kurz bevor. Allein dieser Pipeline-Bestandteil würde in den USA eine Bewertung von gut zwei Milliarden Dollar rechtfertigen. Zai Lab bringt derzeit gerade einmal gut eine Milliarde Dollar auf die Börsenwaage.

Hochinteressante Pipeline

Doch die Pipeline hat weitaus mehr zu bieten als den Tesaro-Wirkstoff. Mit Omadacycline, welcher ursprünglich aus dem Hause Paratek Pharmaceuticals stammt, steht ein weiterer Umsatztreiber in den Startlöchern. Mit den Behörden wird derzeit das Design der zulassungsrelevanten Studien für das Antibiotikum in zwei Indikationen abgestimmt. Und auch bei der Suche nach neuen Partnern konnte Zai Lab zum Jahresende 2017 mit Five Prime Therapeutics aus den USA einen interessanten Lizenzdeal vermelden: für die Entwicklung des Antikörpers FPA144 gegen Magen- und Speiseröhrenkrebs in China. Wie hoch der medizinische Bedarf in dieser Indikation ist, zeigen die jährlichen Neuerkrankungen. Allein an Magenkrebs erkranken 680.000 Chinesen pro anno.

Im Vergleich zu BeiGene günstig

Die namhaften Partner, zu denen unter anderem Bristol-Myers Squibb, GlaxoSmithKline und Sanofi zählen, unterstreichen die starke Position von Zai Lab im Reich der Mitte. Bewertungstechnisch hat der Titel jede Menge Luft nach oben – die Aktie von BeiGene hat im vergangenen Jahr gezeigt, wie schnell ein Neubewertungsprozess vonstattengehen kann. Risikobewusste Anleger sollten sich eine kleine Position an Zai-Lab-Papieren mit Stopp zur Absicherung ins Depot legen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien im Rahmen einer großen Biotech-Story im Reich der Mitte in der AKTIONÄR-Ausgabe 03/2018, welche Sie hier downloaden können.