Highflyer 2018: Klein, aber oho – das macht die heimischen Small Caps so stark!

Michael Schröder
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Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende. Es war ein gutes Börsenjahr. Die heimischen Indizes haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. DAX und Co haben neue Allzeithochs markiert. Richtig viele Highflyer findet man außerhalb der großen Auswahlindizes.

Seit Jahresanfang hat der heimische Leitindex DAX rund 14 Prozent zugelegt. In der zweiten und dritten Reihe läuft es noch besser: MDAX und SDAX liegen kurz vor Jahresfrist sogar mit rund 17 und gut 28 Prozent im Plus. Bei den Technologiewerten lief es 2017 noch besser: Der TecDAX hat seit Jahresbeginn satte 38 Prozent zugelegt.

Doch wer richtig viele Highflyer sucht, muss seinen Blick weiter über den Tellerrand der großen Auswahlindizes hi­naus richten. Im Prime-All-Share-Index der Deutschen Börse haben gleich über ein Dutzend der 100 Top-Performer ihren Wert im laufenden Jahr mehr als verdoppelt. Darunter eine Reihe von Aktien, die der AKTIONÄR als „Hot-Stock der Woche“ oder als „Top-Tipp Spekulativ“ vorgestellt hat, wie beispielsweise PVA Tepla, Singulus, SFC Energy, Basler, OHB, Secunet oder Viscom. Besonders interessant: Der Masse an Gewinnern steht nur eine Handvoll Verlierer wie Phoenix Solar oder Steinhoff gegenüber.

Was macht die heimischen Small Caps so stark? „Viele kleine Unternehmen sind Marktführer in der Nische und haben eigene Preissetzungsmacht“, sagt Michael Kollenda, Vorstand der Salutaris Capital Management AG. „Die gute Eigenkapitalausstattung macht unabhängiger von Banken und die niedrigen Zinsen machen Investitionen möglich, die noch vor einigen Jahren nicht finanzierbar waren“, so der Aktienstratege.

Auch Christoph Schlienkamp hebt die bessere „Pricing Power“ der Small Caps und die deutliche Reduktion der Nettoverschuldung zur Stärkung der Bilanzen hervor. Zudem lobt der Chefanalyst vom Bankhaus Lampe die vielfach besonnene Akquisitionspolitik der Small-Cap-Vorstände, durch die es seltener zu Verwässerungen kommt: „Die Managementqualität wird daher zunehmend wichtiger.“

Für Dr. Georg Issels, Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. AG, verkörpern die deutschen Small und Mid Caps den international hoch geachteten „German Mittelstand“. „Die Unternehmen haben sich nach der Finanzkrise gut positioniert und fahren nun die Ernte ein“, so der Aktienstratege. „Hinzu kommt der Aufschwung der Eurozone, der wie ein Turbo wirkt.“

Kollenda ist ziemlich zuversichtlich, dass die positive Entwicklung bei den Small Caps weitergeht: „Teilweise sind es neue Produkte und Markttrends, die bei den kleinen Gesellschaften viel stärker durchschlagen.“

Er sieht für das Jahr 2018 zwei Haupttrends für Deutschland: „Industrieautomation und Verkehr in Großstädten. Die Elektromobilität wird kommen, aber nicht als Verdränger des Diesels, sondern zur Luftverbesserung und Lärmreduzierung.“

Schlienkamp erwartet in der ersten Jahreshälfte vor allem gute Geschäftszahlen für das Jahr 2017 und vielfach steigende Dividenden, die den Markt stützen. Zudem dürfte der Ausblick für 2018 von Optimismus geprägt sein. „In der zweiten Jahreshälfte und mit Blick auf die Gewinnerwartungen für 2019 könnte sich herauskristallisieren, dass der Optimismus jedoch zu groß war“, hebt der Analyst den warnenden Finger.

Bei institutionellen Investoren fallen Nebenwerte mangels Größe meist durchs Raster. Zudem haben viele Banken ihre Research-Abteilungen verkleinert. Die Folge: Viele der kleinen Aktien verfügen über ein nur geringes Handelsvolumen und eine größere Volatilität.

Worauf sollten Anleger bei einem Investment in Small Caps neben dem viel zitierten Stock-Picking noch achten? „Auf die Komponenten, die bei allen Investitionen gelten“, sagt Roger Peters von pfp Advisory. „Eine ausreichende Streuung ist ebenso Pflicht wie ein aktives Überwachen der Positionen. Weiter ist es ausgesprochen ratsam, ausschließlich in Werte zu investieren, die man versteht. Das betrifft das operative Geschäft und das Zahlenwerk gleichermaßen,“ so der Kapitalmarktexperte.

Lampe-Bank-Analyst Schlienkamp ergänzt: „Anleger sollten immer die Liquidität einer Aktie beachten und vielleicht nicht jedem vermeintlich heißen Tipp hinterherlaufen.“ Auch bei Kollenda stehen „so viel Informationen wie möglich über das Unternehmen“ im Fokus. „Story verstehen und handelnde Personen kennen ist das Wichtigste beim Investment in Nebenwerte“, so seine Devise. Ähnlich lautet Issels Ratschlag: „Nur wenn man eine Firma wirklich gut kennt, kann man auch einmal eine Durststrecke relativ entspannt durchstehen.“

DER AKTIONÄR wird auch im kommenden Jahr die Tipps und Ratschläge der Nebenwerte-Profis beherzigen und sich auf die Suche nach den besten Nebenwerten machen, bei denen die Mischung aus Bewertung, Geschäftsmodell, Managementqualität und Wachstumsperspektiven stimmt. Einige davon werden dabei sicher auch den Weg ins Real-Depot vom AKTIONÄR finden.

Das Real-Depot versucht durch kurz- und mittelfristige Investitionen in aussichtsreiche Aktien zum Erfolg zu kommen. Dabei stehen Trading-Chancen aus charttechnischer Sicht, aufgrund von positivem Newsflow oder anderen Sondersituationen im Fokus. Für zusätzliches Potenzial sorgt der Handel mit Hebelprodukten. Deshalb richtet sich das Depot vor allem an spekulativ orientierte Anleger.

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