Hier sind einige Leute, die mit Bitcoin reich geworden sind

Für seine Bar-Mizwa 2012 gaben Eddy Zillans Eltern ihm $5.000 (4.237€), damit er in einen Anlagefond investieren kann. Sie dachten, er würde in Aktien investieren, aber stattdessen begann er, Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum zu kaufen.

Eddy hatte weitere $7.000 (5.932€) durch seine Arbeit in einem Tennis Club und anderen Sommerjobs gespart, was seine Investitionssumme auf insgesamt $12.000 (10.170€) erhöhte.

Jeder, der die Geschichte der Kryptowährungen ein wenig verfolgt, weiß, wie es weitergegangen ist. Eddys Investition von $12.000 ist mittlerweile weit über $500.000 (423.750€) wert, ein Gewinn von über 4.100 % in nur wenigen Jahren.

„Ich weiß nicht, ob er ein Wunderkind ist, aber er ist nah dran“, sagt Eddys Vater, Gary Zillan. Eddy, jetzt 18, steht kurz vor seinem Highschool-Abschluss in Orange, Ohio, nahe Cleveland. Er hofft, dass er nächstes Jahr Zahnmedizin an der Case Western Reserve University studieren kann. Aber falls das nicht klappt, hat er einen Plan B: Er hat gerade ein Unternehmen gegründet, das Tutorials und Erklärungen zu Kryptowährungen anbietet. „Hoffentlich wird er, wenn er in meinem Alter ist, Multimillionär sein“, sagt sein Vater, der 46 ist.

Eddy Zillan, 18, aus Orange, Ohio, hat Bitcoins und andere Kryptowährungen im Wert von weit über $500.000 angesammelt. (Bild: Eddy Zillan)

Nach einer beeindruckenden Wertsteigerung im vergangenen Jahr sind Bitcoin und weitere Kryptowährungen plötzlich zur begehrtesten Investition seit der Dot-com-Blase geworden

Der Preis für einen Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung, ist 2017 um mehr als 700 % angestiegen. Ethereum ist unglaubliche 3.900 % teurer – und diejenigen, die bereits früh gekauft haben, schauen plötzlich überrascht zu, wie sich die Nullen auf ihren Konten multiplizieren. Viele Krypto-Investoren sprechen nicht gerne über ihre Guthaben, da die alternativen Währungen oft noch immer mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden. Zudem scheinen sie vor allem bei Menschen beliebt zu sein, die nicht zum Durchschnitt der Gesellschaft gehören. Aber wir konnten einige ausfindig machen, die bereit waren, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Es gibt auch zahlreiche Gegner, die der festen Überzeugung sind, dass Kryptowährungen ein Schneeballsystem oder etwas noch Schlimmeres sind. Die Aufsichtsbehörden könnten jedoch schon bald Kryptowährungen als legitim anerkennen, indem sie weitreichendere Investitionen wie börsengehandelte Fonds zulassen, um ihren Wert zu verfolgen.

Die Ursprünge von Bitcoin

Bitcoin ist ein digitales Bezahlsystem, das 2009 von einer Person oder Gruppe mit Namen Satoshi Nakamoto gestartet wurde. Seitdem hat ein Netzwerk von Programmierern mit leistungsstarken Computern mehr und mehr Bitcoins „geschürft“, indem sie komplexe Berechnungen ausführen, die bestimmten Grundprinzipien folgen, was Bitcoin zu einer Art crowdgesourcter Währung macht. Der Marktwert aller existierenden Bitcoins weltweit liegt derzeit bei rund $132 Mrd. (112 Mrd. €), das entspricht ungefähr dem derzeitigen Wert von McDonald’s.

Auch andere Kryptowährungen, die manchmal auch als alternative Währungen bezeichnet werden, sind enstanden, darunter Ether – die Kryptowährung des Blockchain-Netzwerks Ethereum (27 Mrd. € Marktkapitalisierung) –, Ripple (7,63 Mrd. €) Litecoin (3,14 Mrd. €) und Dash (2,8 Mrd. €).

In einer aktuellen Umfrage von Yahoo Finance gaben 77 % der Befragten an, sie hätten noch nie Bitcoins gekauft – aber von denjenigen gaben wiederum 11 % an, dass sie es vor hätten und 38 % sagten, sie denken darüber nach. Und da immer mehr Menschen Interesse haben, könnte der Wert noch schneller und weiter steigen.

Normale Menschen können Kryptowährungen über Services wie Coinbase, SpectroCoin oder Kraken kaufen. Dafür muss man normalerweise ein Bankkonto oder eine Kreditkarte angeben und einer einfachen Anleitung folgen. (Anmerkung: Ich besitze einen kleinen Teil Bitcoin)

Von 1.011 Umfrageteilnehmern, die sagten, sie hätten Bitcoin gekauft, haben 71 % Gewinn gemacht. Quelle: Yahoo Finance Umfrage durchgeführt via SurveyMonkey

Kritiker wie JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon und Hedgefond-Titan Ray Dalio sehen Kryptowährungen lediglich als Hype, der letztendlich platzen wird, ähnlich dem der Tulpen oder von Enron. Aber Bill Gates, Richard Branson und Mark Cuban glauben an die Kryptowährung und viele Investoren sind der Meinung, Bitcoin und andere digitale Währungen sind wie das Internet im Jahr 1995 – eine sich verändernde Technologie kurz vor dem Durchbruch.

Das Geld ist definitiv echt.

Bitcoin als Währung

Peter Saddington aus Atlanta hörte 2011 erstmals von Bitcoin und kaufte einige für weniger als $3 (1,7€) pro Bitcoin. Da ein Coin mittlerweile für um die $7.500 (6.356€) gehandelt wird, beträgt die Gewinnspanne dieser frühen Investition ungefähr 250.000 %. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Saddington, 35, ein Unternehmer, der einen Bachelorabschluss als Informatiker und drei Masterabschlüsse hat. „Was mich überzeugte, dass sich die Investition lohnt, ist, dass der Code auf Mathematik basiert. Er kann nicht wirklich ausgeschaltet werden.“

Im Oktober löste Saddington 45 Bitcoins ein, um einen 2015 Lamborghini Huracán im Wert von rund $238.000 (201.705€) zu kaufen. Er und der Verkäufer einigten sich auf die Transaktion in Bitcoin, ohne den Einsatz einer traditionellen Bank. Die Überweisungskosten betrugen insgesamt $7,50 (6,36€).

Saddington, der ein soziales Netzwerk für Kryptowährungen namens TheBitcoin.pub betreibt, wählte gezielt ein Superauto aus, das er mit Bitcoin bezahlen kann, um die Glaubwürdigkeit der Währung zu bewerben. „Einen Lambo mit Bitcoins zu kaufen, ist der Beweis, dass sie für echte Transaktionen verwendet werden können, man kann damit wirklich coole Sachen kaufen“, sagt er. „Sie werden nicht nur von Kriminellen verwendet.“

Auf die Frage, wie viel Bitcoin er noch hat, sagt er: „Das geht nur mich etwas an.”

Peter Saddington aus Atlanta, 35, vor dem Lamborghini Huracán, den er im Oktobre für 45 Bitcoins bzw. $238.000 gekauft hat.

Auch Edward Skupien aus Sacramento versuchte, mit Bitcoin ein luxuriöses Auto zu kaufen – und er ist dankbar, dass der Deal platzte.

Skupien, der 55 und leitender Angestellter bei einem Napa Valley Weingut ist, sah vor einigen Jahren, wie sich ein Freund in einem Facebook-Post nach Bitcoins erkundigte. Er begann nachzuforschen und kaufte einige Bitcoins pro Monat zu einem Preis zwischen $225 (190€) und $800 (678€), bis er ungefähr 80 Bitcoins hatte. Skupien wollte schon immer einen Audi A8L kaufen und 2016 sah er ein leicht gebrauchtes Modell, das für $50.000 (42.375€) angeboten wurde. Da der Bitcoin-Wert auf um die $600 (508€) gefallen war, war das fast alles, was er in Bitcoin hatte. Er verkaufte all seine Bitcoins, um das Auto zu finanzieren.

Aber der Eigentümer weigerte sich, ihm beim Preis entgegenzukommen und der Deal kam nicht zustande. Skupien entschied sich dann, ein sehr viel preiswerteres Auto zu leasen. Also was macht man mit $50.000? Er entschied sich, sie wieder in Bitcoin zu stecken, auch wenn der Preis damals auf $900 (762,75€) gestiegen war. Zu diesem Preis erhielt er nur noch 60 Bitcoins – allerdings sind diese jetzt über $450.000 (381.375€) wert.

Edward Skupien aus Sacramento hat mit Bitcoin weitaus mehr gemacht als mit seiner Rentenversicherung – selbst bei einem boomenden Aktienmarkt.

„Ich habe über $120.000 weniger, weil ich das blöde Auto wollte“, sagt er. „Aber weil ich das Auto nicht gekauft habe, habe ich fast eine halbe Million Gewinn gemacht.“

Skupien hatte auch traditionelle Sparpläne für die Rentenvorsorge und steckte nur einen kleinen Teil seiner Ersparnisse in Bitcoin. „Das war der riskante Teil meines Portfolios“, sagt er. „Aber er hat sich als profitabler erwiesen als alle anderen traditionellen Pläne zusammen.“

Andere haben weitaus aggressiver in Kryptowährungen investiert – und manche haben dafür einen hohen Preis bezahlt. Als die digitale Vermittlungsstelle Mt. Gox 2014 zusammenbrach, verloren über 24.000 Kunden im Prinzip alle ihre Ersparnisse. Manche Kunden hatten Dutzende oder Hunderte Bitcoins bei Mt. Gox hinterlegt und der Verlust liegt beim heutigen Wert bei nahezu $1 Million (847.500€).

Mehr als die Hälfte der Befragten unserer Umfrage sind der Auffassung, dass Bitcoin derzeit überbewertet ist. Quelle Yahoo Finance Umfrage durchgeführt via SurveyMonkey

In unserer Yahoo Finance Umfrage sagten 71 % der Bitcoin-Nutzer, dass sie mit ihrer Investition Gewinn gemacht haben, und 8 % gaben an, sie hätten Geld verloren. Der Median-Betrag der Verluste lag bei $500 (423€), aber manche gaben fünf- und sechsstellige Verluste an. Bei denjenigen, die mit Bitcoin Gewinne erzielt haben, lag der Gewinn-Median bei $3.000 (2.542€), wobei einige sogar siebenstellige Gewinne angaben.

Die offensichtliche Frage ist nun, ob der Wert des Bitcoin weiter steigen oder ob eine spekulative Blase platzen wird.

Auf Bitcoin setzen

Viele frühe Käufer glauben, dass Bitcoin erst am Anfang steht und irgendwann zu einer Hauptwährung wird, die regelmäßig genutzt wird. „Es ist wie Anfang der 1990er, als die Leute fragten: ‚Wo wird das mit dem Internet-Ding hinführen?‘“, sagt ein New Yorker Bitcoin-Investor, der darum bat, nur unter seinem Spitznamen Duke erwähnt zu werden. „Wir sind noch immer in der frühen Phase der verrückten frühzeitigen Anwender und wechseln langsam zur Phase der frühzeitigen Anwender.“

Duke, der an einer Highschool Technik unterrichtet, versuchte erstmals 2011 Bitcoin zu kaufen, aber ein Parter mit einer PayPal-Transaktion verhinderte die Transaktion. Der 20-Jährige dachte, er würde es später versuchen, aber dann sprang der Preis pro Bitcoin auf über $1.000 (847€) und er nahm an, er habe den Zug verpasst. Der Preis sank aber wieder und er kaufte letztendlich 21 Bitcoins für lediglich $200 (169€) pro Stück.

An einem Punkt gab er sein ganzes Gehalt für den Kauf von Bitcoins aus.

Jetzt, mit einem Portfolio, das fast $160.000 (135.600€) wert ist, zögert er, selbst den kleinsten Teil eines Bitcoin einzulösen, aus Angst davor, noch größere zukünftige Gewinne zu verpassen. „Viele Bitcoin-Besitzer haben Angst davor, sie auszugeben“, sagt er. „Man könnte für ein paar Pizzen den Gegenwert von zwei Millionen Dollar (1,69 Mio. €) ausgeben. In zwanzig oder dreißig Jahren habe ich Enkelkinder, vielleicht kann ich dann für ihre Colleges bezahlen.“

Und wer weiß, vielleicht werden dann sogar Hochschulen Gebührenzahlungen in Bitcoin annehmen.

Rick Newman