Heynemann zu Videobeweis: So geht es nicht weiter

Der Videobeweis hat nicht zuletzt bei der 0:5-Niederlage des 1. FC Köln bei Borussia Dortmund für große Aufregung gesorgt. Die Kölner haben sogar einen Protest gegen die Wertung des Spiels angekündigt.

Nach dem Regelchaos von Dortmund wirft der Videobeweis somit erneut viele Fragen auf.

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann kritisiert den bisherigen Einsatz der Technik in der Bundesliga scharf: "Jetzt haben wir den 4. Spieltag, aber schon mehr als vier strittige Szenen. Ich glaube, der Videobeweis schafft nicht mehr Gerechtigkeit, sondern verschiebt das Unrecht in andere Bereiche", sagte Heynemann bei SPORT1.

Und weiter: "Man sollte nun überlegen, wie man zukünftig mit dem Videobeweis umgeht. Denn so geht es nicht weiter."

Heynemann fordert Mannschaft in die Pflicht zu nehmen

Der 63-Jährige schlägt vor, sich mehr an anderen Sportarten zu orientieren: "Ich denke, wenn jede Mannschaft nur zweimal die Möglichkeit hätte, einen Videobeweis zu verlangen, würde sie gut überlegen, ob sie diesen bei jeder Kleinigkeit einsetzt. Man sollte also die Verantwortung auch auf die Mannschaft erlegen, um so Gerechtigkeit zu schaffen."

Dies wird so bereits in der NFL praktiziert, wo der Coach eines Teams zweimal pro Spiel von seinem Recht Gebrauch machen kann, die Entscheidungen des Schiedsrichters anzufechten.

Im Fall in Dortmund hatte FC-Torhüter Timo Horn den Ball beim zweiten Gegentreffer nach einer Flanke fallen gelassen und Sokratis eingeschoben. Schiedsrichter Patrick Ittrich gab das Tor nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten. Der Kritikpunkt der Kölner: Ittrich hatte die Situation eigentlich abgepfifffen, noch bevor der Ball die Torlinie überschritten hatte.